Bewertung:

Das Buch „Endocrine Psychiatry“ bietet eine aufschlussreiche Erforschung der Verbindungen zwischen Endokrinologie und Psychiatrie und plädiert für einen wissenschaftlicheren Ansatz in diesem Bereich. Während einige Leser das Buch als wissenschaftlich erhellend und für ihre persönlichen Erfahrungen relevant empfanden, empfanden andere die harsche Kritik der Autoren an den derzeitigen psychiatrischen Praktiken als übertrieben.
Vorteile:Informativ und interessant mit einer einzigartigen Perspektive auf die Wechselwirkung zwischen Hormonen und psychischer Gesundheit. Es ist gut recherchiert, enthält Interviews und historischen Kontext und regt eine wissenschaftlichere Grundlage für die psychiatrische Behandlung an, wobei insbesondere der Dexamethason-Suppressionstest als wichtiges Diagnoseinstrument hervorgehoben wird.
Nachteile:Die Autoren werden für ihre übermäßig negative Sichtweise der zeitgenössischen Psychiatrie und der DSM-Klassifikationen kritisiert, die einige Leser als übertrieben empfanden. Darüber hinaus könnte der technische Schreibstil für einige Laien eine Herausforderung darstellen.
(basierend auf 3 Leserbewertungen)
Endocrine Psychiatry: Solving the Riddle of Melancholia
Das Rätsel der Melancholie hat Generationen von Ärzten vor ein Rätsel gestellt. Es handelt sich um eine schwere depressive Erkrankung, die häufig zu Selbstmord und vorzeitigem Tod führt. Der Zusammenhang zwischen der Krankheit und der Biologie ist intensiv untersucht worden. Anders als bei fast allen anderen psychiatrischen Erkrankungen sind bei der Melancholie die endokrinen Funktionen gestört. Tests, mit denen die Melancholie von anderen Gemütskrankheiten unterschieden werden konnte, waren eine nützliche Entdeckung, die jedoch in dem Maße, in dem die Psychiater ihr Interesse an Biologie und Medizin verloren, nicht mehr genutzt wurden. Jahrhundert förderten die Theorien über die Rolle der endokrinen Organe endokrine Behandlungen, die in der Praxis eine große Rolle spielten. Dieses Interesse erlosch in den 1930er Jahren, wurde aber durch die Entdeckung des Nebennierenhormons Cortisol und die Beschreibung seiner abnormen Funktion bei melancholischen und psychotischen depressiven Patienten wiederbelebt. Es wurden neue endokrine Tests entwickelt, um die Geheimnisse der Stimmungsstörungen zu ergründen. Zwei schillernde Persönlichkeiten, Bernard Carroll und Edward Sachar, führten diese Wiederbelebung an und sorgten für eine.
In den 1960er und 1970er Jahren wurde durch intensives Forschungsinteresse ein Zusammenhang zwischen Hormonstörungen und Verhalten hergestellt. In den 1980er Jahren verloren die Psychiater das Interesse an hormonellen Ansätzen, vor allem weil sie nicht mit der willkürlichen Klassifizierung von Stimmungsstörungen übereinstimmten. Heute wird der Zusammenhang zwischen Endokrinen und Verhalten nicht mehr beachtet.
Diese Geschichte zeichnet den Enthusiasmus der biologischen Bemühungen, das Rätsel der Melancholie zu lösen, und ihren Niedergang nach. In einer lebendigen Sprache, die Hausärzten, Psychiatern und interessierten Laien zugänglich ist, stellen die Autoren fest, dass eine nützliche, potenziell lebensrettende Verbindung zwischen Medizin und Psychiatrie verloren gegangen ist.