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The Imagined, the Imaginary and the Symbolic
(Erkundung der engen Beziehung zwischen dem Realen und dem Symbolischen und Imaginären)
Was Sie sich vorgestellt haben, ist nicht immer imaginär, aber alles, was imaginär ist, ist imaginär. Indem man sich etwas vorstellt, macht man das Unmögliche möglich. In der Mythologie oder der Religion werden die Dinge, die man sich vorstellt, von den Gläubigen jedoch nie als imaginär erlebt. Das Reich des Imaginären ist sogar realer als das Reale; es ist superreal, surreal.
L vi-Strauss vertrat die Ansicht, dass „das Reale, das Symbolische und das Imaginäre“ drei verschiedene Ordnungen sind. Maurice Godelier beweist das Gegenteil: dass das Reale nicht vom Symbolischen und Imaginären getrennt ist. Für einen Teil der Menschheit bezeugen beispielsweise Rituale und heilige Gegenstände und Orte die Realität und damit die Wahrheit, dass Gott, Götter oder Geister existieren. Das Symbolische ermöglicht es den Menschen, das, was sie denken und tun, zu bezeichnen. Es umfasst das Denken, das in den ganzen Körper übergreift, aber auch Tempel, Paläste, Werkzeuge, Nahrungsmittel, Berge, das Meer, den Himmel und die Erde durchdringt. Sie ist real.
Godeliers Buch setzt am strategischen Kern der Sozialwissenschaften an, denn wenn man die Natur und die Rolle des Imaginären und des Symbolischen untersucht, versucht man auch, die grundlegenden Bestandteile aller Gesellschaften und letztlich der menschlichen Existenz zu erklären. Und diese Aspekte prägen wiederum unsere soziale und persönliche Identität.