Bewertung:

Derzeit gibt es keine Leserbewertungen. Die Bewertung basiert auf 2 Stimmen.
Rationality and Irrationality in Economics
Dieses Buch ist das Ergebnis eines Forschungsprojekts, das der Autor 1958 mit dem Ziel begonnen hat, zwei Fragen zu beantworten:
Erstens: Worin besteht die Rationalität der Wirtschaftssysteme, die im Laufe der Geschichte auftauchen und wieder verschwinden - mit anderen Worten: Worin besteht ihre verborgene Logik und die zugrundeliegende Notwendigkeit, dass sie existieren oder existiert haben?
Zweitens: Welches sind die Bedingungen für ein rationales Verständnis dieser Systeme - mit anderen Worten, für eine voll entwickelte vergleichende Wirtschaftswissenschaft?
Diese beiden Fragen eröffnen ein weites Untersuchungsfeld, das die Grundlagen der sozialen Wirklichkeit und die Art und Weise, sie zu verstehen, berührt. Der Autor, ein Marxist, suchte die Antworten, wie er schreibt, „nicht in der Philosophie oder mit philosophischen Mitteln, sondern in und durch die Untersuchung des von den Wissenschaften angesammelten Wissens. Die Etappen seines Weges von der Philosophie zur Ökonomie und dann zur Anthropologie werden durch die Gliederung seines Buches deutlich.
Godelier lehnt zunächst jeden Versuch ab, die Frage nach der Rationalität oder Irrationalität der Wirtschaftswissenschaft und der wirtschaftlichen Realitäten aus dem Blickwinkel einer apriorischen Idee, einer spekulativen Definition des Rationalen zu behandeln. Ein solcher Ansatz kann seiner Meinung nach nur zu einem ideologischen Ergebnis führen. Vielmehr betrachtet er das Auftauchen und Verschwinden sozialer und wirtschaftlicher Systeme in der Geschichte als von einer Notwendigkeit bestimmt, „die den konkreten Strukturen des sozialen Lebens völlig innewohnt“.