Bewertung:

In den Rezensionen wird Amitav Ghoshs „Der Fluch der Muskatnuss“ als eine dichte und eindringliche Erforschung von Kolonialismus, Ausbeutung und Klimawandel hervorgehoben, die die Verflechtung dieser Themen durch historische Erzählungen betont. Während viele die Tiefe, den Einblick und den Stil des Buches loben, finden einige, dass es zu kompliziert ist und gelegentlich vom Thema abweicht, und äußern sich enttäuscht über den Fokus und die Ausführung.
Vorteile:⬤ Dichte und eindringliche Diskussion von Kolonialismus und Klimawandel.
⬤ Gut recherchiert und ein schöner Schreibstil.
⬤ Regt zum Nachdenken an und vermittelt ein breiteres Verständnis für moderne Themen.
⬤ Bietet neue Perspektiven auf die Auswirkungen von Imperialismus und Ausbeutung.
⬤ Fesselnde Erzählung, die historische Ereignisse mit aktuellen Krisen verknüpft.
⬤ Geeignet für alle, die sich für Umwelt- und Klimafragen interessieren.
⬤ Einige Leser finden es zu dicht und schwer zu verstehen.
⬤ Einige Rezensenten sind enttäuscht, dass sich das Buch nicht, wie der Titel vermuten lässt, auf Muskatnüsse konzentriert.
⬤ Einige sind der Ansicht, dass der Autor Daten manipuliert und fragwürdige Behauptungen aufstellt.
⬤ Tangenten in der Erzählung verwirren die Leser über die Hauptpunkte.
⬤ Kritisiert wird, dass das Buch übermäßig ideologisch ist und eine klare historische Analyse vermissen lässt.
(basierend auf 59 Leserbewertungen)
The Nutmeg's Curse: Parables for a Planet in Crisis
In diesem ehrgeizigen Nachfolger von The Great Derangement findet der gefeierte Schriftsteller Amitav Ghosh die Ursprünge unserer heutigen Klimakrise in der gewaltsamen Ausbeutung des menschlichen Lebens und der natürlichen Umwelt durch den westlichen Kolonialismus.
In diesem kraftvollen Werk aus Geschichte, Essay, Zeugnis und Polemik verfolgt Amitav Ghosh die Spuren unserer gegenwärtigen planetarischen Krise zurück bis zur Entdeckung der Neuen Welt und des Seewegs zum Indischen Ozean. Der Fluch der Muskatnuss argumentiert, dass die Dynamik des heutigen Klimawandels in einer jahrhundertealten geopolitischen Ordnung verwurzelt ist, die vom westlichen Kolonialismus geschaffen wurde. Im Mittelpunkt von Ghoshs Erzählung steht das heute allgegenwärtige Gewürz Muskatnuss. Die Geschichte der Muskatnuss ist eine Geschichte der Eroberung und Ausbeutung - sowohl des menschlichen Lebens als auch der natürlichen Umwelt. In Ghoshs Händen wird die Geschichte der Muskatnuss zu einer Parabel für unsere Umweltkrise, indem er aufzeigt, wie die menschliche Geschichte seit jeher mit irdischen Materialien wie Gewürzen, Tee, Zuckerrohr, Opium und fossilen Brennstoffen verwoben ist. Unsere Krise, so zeigt er, ist letztlich das Ergebnis einer mechanistischen Sichtweise der Erde, in der die Natur nur als Ressource existiert, die der Mensch für seine Zwecke nutzen kann, und nicht als eigenständige Kraft, die etwas bewirkt und Bedeutung hat.
Vor dem Hintergrund der globalen Pandemie und der Black-Lives-Matter-Proteste formuliert Ghosh diese historischen Geschichten in einer Weise, die unsere gemeinsame koloniale Geschichte mit der tiefen Ungleichheit verbindet, die wir heute um uns herum sehen. Indem er Diskussionen über die globale Geschichte des Ölhandels, die Migrantenkrise und die animistische Spiritualität indigener Gemeinschaften auf der ganzen Welt miteinander verwebt, bietet "Der Fluch der Muskatnuss" eine scharfe Kritik an der westlichen Gesellschaft und verdeutlicht, auf welch bemerkenswerte Weise die menschliche Geschichte von nicht-menschlichen Kräften geprägt wird.