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Adultery: Infidelity and the Law
In einer Zeit, in der die gesetzlichen und gesellschaftlichen Verbote für sexuelle Beziehungen abnehmen, sind sich die Amerikaner in ihrer Verurteilung des Ehebruchs immer noch fast einig. Über 90 Prozent missbilligen den Betrug am Ehepartner. In ihrem umfassenden Bericht über die rechtlichen und sozialen Folgen der Untreue geht Deborah Rhode der Frage nach, warum. Sie zeigt die Schäden auf, die die Kriminalisierung des Ehebruchs mit sich bringt, und liefert überzeugende Argumente für die Aufhebung der Ehebruchgesetze und des Verbots der Polygamie.
In den zweiundzwanzig Staaten, in denen Ehebruch zwar technisch gesehen illegal ist, aber dennoch häufig praktiziert wird, kann er zu Zivilklagen, Kündigungen und dem Verlust des Sorgerechts für die Kinder führen. Er wird routinemäßig dazu benutzt, Amtsträger zu bedrohen und zu verunglimpfen und militärische Karrieren zu untergraben. Und die Geschichte der Anti-Ehebruch-Gesetzgebung ist geprägt von einer Doppelmoral, die Frauen wiederholt härter bestraft hat als Männer. Ein "ungeschriebenes Gesetz", das es einem Mann ermöglichte, einer Verurteilung zu entgehen, wenn er den Liebhaber seiner Frau tötete, blieb bis weit ins zwanzigste Jahrhundert hinein üblich. Mord unter diesen Umständen wurde als eine Tat aus verständlicher Leidenschaft betrachtet.
Ehebruch wurde als die kreativste aller Sünden bezeichnet, und Romanciers und populäre Medien haben sexuelle Untreue mit großer Aufmerksamkeit bedacht. Als Thema ernsthafter Studien ist der Ehebruch jedoch zu kurz gekommen. Rhode verbindet eine umfassende Darstellung der rechtlichen und sozialen Folgen des Ehebruchs mit einem eindringlichen Plädoyer für die Beendigung der staatlichen Überwachung der Treue.