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An Epistemology of the Concrete: Twentieth-Century Histories of Life
Eine Epistemologie des Konkreten versammelt Fallstudien und theoretische Überlegungen zur Geschichte und Epistemologie der Biowissenschaften von Hans-Jörg Rheinberger, einem der weltweit bedeutendsten Wissenschaftsphilosophen.
In diesen Aufsätzen untersucht er die Geschichte von Experimenten, Konzepten, Modellorganismen, Instrumenten und die Bandbreite der erkenntnistheoretischen, institutionellen, politischen und sozialen Faktoren, die den tatsächlichen Verlauf der Wissensentwicklung bestimmen. Aufbauend auf den Ideen seines einflussreichen Buches Toward a History of Epistemic Things (Auf dem Weg zu einer Geschichte der epistemischen Dinge) erörtert Rheinberger zunächst Möglichkeiten der Historisierung wissenschaftlichen Wissens und untersucht dann verschiedene Konfigurationen genetischer Experimente in der ersten Hälfte des 20.
Jahrhunderts sowie die Interaktion zwischen Apparaten, Experimenten und Konzeptbildung in der Molekularbiologie in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Er befasst sich mit grundlegenden erkenntnistheoretischen Fragen zum Verhältnis von Instrumenten und Wissensobjekten, zu Laborpräparaten als einer besonderen Klasse von epistemischen Objekten und zu den in Forschungslabors verwendeten Notiz- und Schreibtechniken.
Dabei spannt er den Bogen von den französischen „historischen Erkenntnistheoretikern“ Gaston Bachelard und Georges Canguilhem bis hin zum Flüssigszintillationszähler, einem Gerät zur Messung der Radioaktivität, das in den 1960er und 1970er Jahren zu einem wichtigen Instrument der Molekularbiologie und Biomedizin wurde. In An Epistemology of the Concrete zeigt Rheinberger, wie Assemblagen - historische Konjunktionen - die Bedingungen für die Entstehung von epistemischer Neuheit setzen, und er vermittelt die Faszination wissenschaftlicher Dinge: jene Organismen, Räume, Apparate und Techniken, die durch die Forschung transformiert werden und die ihrerseits die Forschung transformieren.