
Split and Splice: A Phenomenology of Experimentation
Ein angesehener Wissenschaftshistoriker erkundet die Vielfalt des wissenschaftlichen Experimentierens.
Das Experiment wurde lange Zeit als Prüfstand für die Theorie betrachtet, doch in Split and Splice plädiert Hans-Jörg Rheinberger dafür, das Experimentieren als kreative Praxis zu betrachten. Sein neuestes Buch bietet einen innovativen Blick auf die experimentellen Protokolle und Verbindungen, die die Biowissenschaften so produktiv gemacht haben.
Der erste Teil des Buches befasst sich mit der Materialität des Experiments und untersucht Spuren, Modelle, Veredelungen und Notizen - Bedingungen, die Experimenten Struktur verleihen und Entdeckungen ermöglichen. Der zweite Teil weitet den Blick von den Laborprozessen auf der Mikroebene auf die zeitlichen, räumlichen und narrativen Verbindungen zwischen den Experimentalsystemen. Rheinberger erzählt mit leicht verständlichen Beispielen, von denen die meisten aus der Molekularbiologie stammen, unter anderem aus den Labornotizbüchern des Autors aus seinen Jahren der Ribosomenforschung.
Split and Splice, das bei seinem Erscheinen in Deutschland von der Kritik begeistert aufgenommen wurde, beschreibt eine Methode, die unregelmäßige Ergebnisse und „Hit-or-Miss“-Verbindungen beinhaltet - keine Analyse, keine Synthese, sondern das Splitten und Spleißen, das ein wissenschaftliches Experiment ausmacht. Aufbauend auf Rheinbergers früheren Schriften über Wissenschaft und Erkenntnistheorie ist dieses Buch eine bedeutende Leistung eines der heute einflussreichsten Theoretiker der wissenschaftlichen Praxis.