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Explorations in Poetics
Diese Sammlung von Aufsätzen, die ursprünglich zu verschiedenen Zeiten veröffentlicht wurden, stellt eine kohärente, systematische und umfassende Theorie des literarischen Werks und seiner wichtigsten Aspekte vor.
Der Ansatz, den man als „konstruktive Poetik“ bezeichnen könnte, geht nicht davon aus, dass ein literarisches Werk ein Text mit festen Strukturen und Bedeutungen ist, sondern ein Text, der den Leser dazu einlädt, ein Netz von miteinander verbundenen Konstruktionen zu evozieren oder zu projizieren, so komplementär oder widersprüchlich diese auch sein mögen. Das literarische Werk ist nicht nur eine Erzählung, wie die Narratologie annimmt, sondern ein Text, der eine fiktionale Welt oder ein internes Bezugsfeld projiziert.
Die Bedeutungen in einem Text werden durch die Evokation von „Bezugsrahmen“ (Szenen, Figuren, Ideen usw.) dargestellt. Die Sprache in der Literatur ist doppelt gerichtet: Sie setzt das innere Feld mit den äußeren Feldern in Beziehung und umgekehrt. Die Aufsätze befassen sich mit den Problemen der Fiktionalität, der Darstellung und der Repräsentation, der Metapher als Interaktion zwischen mehreren Bezugsrahmen, der Theorie der „integrativen Semantik“ in literarischen und anderen Texten, der Bedeutung von Klangmustern in der Poesie und der Frage der „Literarizität“.
Diese Theorie und ihre spezifischen Aspekte wurden vom Autor in den 1960er und 1970er Jahren in Israel entwickelt und bildeten die Grundlage der Tel-Aviv School of Poetics. Sie wird nun wiederbelebt und entspricht der aktuellen Stimmung in der Literaturkritik.