Bewertung:

Das Buch beschreibt detailliert die historischen Kunstfehler und fehlgeleiteten Praktiken in der Psychiatrie, wobei der Schwerpunkt auf den radikalen chirurgischen Eingriffen von Dr. Henry Cotton im frühen 20. Jahrhundert. Es zeigt die Folgen schlechter medizinischer Praktiken und wie wichtig es ist, Behauptungen über Heilungen in der Medizin zu hinterfragen.
Vorteile:Das Buch ist gut recherchiert und bietet eine gründliche historische Darstellung der psychiatrischen Praktiken. Es bietet wichtige Einblicke in die Misserfolge früherer medizinischer Behandlungen und dient als warnendes Beispiel für die moderne Medizin. Viele Leser empfanden es als fesselnd und tragisch und wiesen auf seine Relevanz für heutige Diskussionen im Gesundheitswesen hin. Das Buch wird dafür gelobt, dass es sich auf Primärquellen beruft und bisher ignorierte Aspekte der Psychiatriegeschichte aufdeckt.
Nachteile:Mehrere Rezensenten kritisierten, das Buch sei zu technisch, repetitiv und manchmal trocken oder langweilig. Einige Leser waren der Meinung, dass der Schreibstil ablenkend wirke und die Erzählung für die Allgemeinheit weniger zugänglich mache. Andere äußerten ihre Enttäuschung über die vermeintliche Voreingenommenheit gegenüber der Psychiatrie und argumentierten, es fehle eine ausgewogene Perspektive. Es wurde bemängelt, dass die langatmigen Ausführungen zu Cottons Theorien den Erzählfluss beeinträchtigen könnten.
(basierend auf 19 Leserbewertungen)
Madhouse: A Tragic Tale of Megalomania and Modern Medicine
Liest sich sowohl wie ein Roman als auch wie ein medizinisches Fachbuch" - Patrick McGrath, New York Times Book Review Madhouse enthüllt einen lange unterdrückten medizinischen Skandal, schockierend in seiner Brutalität und ernüchternd in seinen Auswirkungen.
Es zeigt, wie ein führender amerikanischer Psychiater des frühen zwanzigsten Jahrhunderts zu der Überzeugung gelangte, dass psychische Krankheiten das Ergebnis chronischer Infektionen sind, die das Gehirn vergiften. In der Überzeugung, die einzige Ursache für Psychosen gefunden zu haben, startete Henry Cotton, der Leiter des Trenton State Hospital in New Jersey, eine rücksichtslose Kampagne, um "die Gefahren der Eiterinfektion zu beseitigen". Im Kampf gegen die "fokale Sepsis" wurden Zähne gezogen, Mandeln entfernt und Mägen, Milz, Dickdarm und Gebärmutter geopfert.
Viele Patienten überlebten Cottons Operationen nicht; Tausende weitere wurden verstümmelt und verstümmelt zurückgelassen. Cottons Arbeit war umstritten, doch keiner seiner Kollegen stellte seine experimentellen Praktiken in Frage.
Auch spätere Historiker und Psychiater haben die Ereignisse ignoriert, die ihre Lieblingserzählungen vom wissenschaftlichen und humanitären Fortschritt in Frage stellen. In einer bemerkenswerten Leistung historischer Detektivarbeit legt Andrew Scull die vollständige, erschreckende Geschichte des Wahnsinns unter den Irrenärzten offen.
Ausgehend von einer Fülle von Dokumenten und Interviews rekonstruiert er in lebhaften Details ein alptraumhaftes, mahnendes Kapitel der modernen Psychiatrie, in dem die Fachleute versagten, sich selbst zu kontrollieren.