Bewertung:

Das Buch bietet eine theoretische Analyse der Revolution in Grenada, wobei der Schwerpunkt darauf liegt, wie Geschichte erlebt und erinnert wird. Es bietet zwar aufschlussreiche Perspektiven zu Erzählung und Erinnerung, wird aber wegen seiner dichten akademischen Sprache kritisiert, die es für diejenigen, die sich für die direkten historischen Ereignisse und Lehren von Grenada interessieren, weniger zugänglich macht.
Vorteile:Eine sehr theoretische und aufschlussreiche Analyse des Wesens von Geschichte, Zeit und Erzählung. Es befasst sich eingehend mit komplexen Ideen, die für diejenigen, die an theoretischen Rahmenwerken interessiert sind, wertvolle Perspektiven bieten können.
Nachteile:Das Buch ist übermäßig akademisch und voller postmoderner Theorien, was die historische Bedeutung der Revolution in Grenada schmälert. Es könnte für diejenigen, die ein klares und direktes Verständnis der Ereignisse und ihrer Auswirkungen suchen, unzugänglich sein.
(basierend auf 2 Leserbewertungen)
Omens of Adversity: Tragedy, Time, Memory, Justice
Omens of Adversity ist eine tiefgreifende Kritik an der Erfahrung postkolonialer, postsozialistischer Zeitlichkeit.
Die zentrale Fallstudie ist das Ende der Revolution in Grenada (1979-1983) und die Auswirkungen ihres Zusammenbruchs. In der anglophonen Karibik verkörperte die Revolution in Grenada sowohl die Möglichkeit eines Bruchs mit der kolonialen und neokolonialen Unterdrückung als auch die Hoffnung auf einen egalitären Wandel und soziale und politische Gerechtigkeit.
Der Zusammenbruch der Revolution im Jahr 1983 war für eine revolutionäre Generation verheerend. Im Nachhinein betrachtet, bedeutete ihr Untergang das Ende einer Ära revolutionärer sozialistischer Möglichkeiten. Omens of Adversity ist keine Geschichte der Revolution oder ihrer Folgen.
Indem er verwandte Texte und Phänomene untersucht, setzt sich David Scott stattdessen mit umfassenderen, dauerhaften Fragen zu politischem Handeln und Tragödie, Generationen und Erinnerung, Liberalismus und Übergangsjustiz sowie der Möglichkeit der Vergebung auseinander. Letztlich argumentiert Scott, dass die spürbare Wahrnehmung der neoliberalen Gegenwart als festgefahrene Zeit ohne Hoffnung auf eine emanzipatorische Zukunft weitreichende Auswirkungen darauf hat, wie wir über das Wesen von politischem Handeln und Gerechtigkeit denken.