Bewertung:

Das Buch bietet eine tiefgründige, aber dennoch fesselnde Erforschung der russischen Musik, erörtert ihren historischen Kontext und stellt vorgefasste Meinungen über den russischen Nationalismus in der Musik in Frage. Obwohl es informativ und gut recherchiert ist, könnte es für Gelegenheitsleser, insbesondere für solche ohne musikalische Ausbildung, nicht leicht zugänglich sein.
Vorteile:Umfassende und gut recherchierte Analyse der russischen Musik und ihrer Geschichte. Bietet wertvolle Einblicke in die Beziehung zwischen russischer Musik und Nationalismus, entlarvt gängige Mythen und bietet gleichzeitig eine neue Perspektive auf weniger bekannte Komponisten. Fesselnd und informativ für alle, die sich für russische Musik und ihren Kontext interessieren.
Nachteile:Kann für Personen ohne musikalischen Hintergrund schwierig zu lesen sein; es fehlt ein Glossar der musikalischen Begriffe. Die Analyse der russischen Musik nach dem Stalinismus ist oberflächlich, und bekannte Komponisten wie Tschaikowsky und Rachmaninow finden kaum Beachtung. Einige technische Aspekte könnten für Gelegenheitsleser eine Herausforderung darstellen.
(basierend auf 4 Leserbewertungen)
Russian Music and Nationalism: From Glinka to Stalin
Marina Frolova-Walker untersucht die Geschichte der russischen Musik von der Uraufführung von Glinkas Oper „Ein Leben für den Zaren“ im Jahr 1836 bis zum Tod Stalins im Jahr 1953 - die Jahre, in denen der russische Staat und sein sowjetischer Nachfolger den musikalischen Nationalismus förderten und unterstützten.
Die Autorin identifiziert die beiden zentralen Mythen, die die russische Kultur in dieser Zeit beherrschten: dass die Kunst die russische Seele offenbart und dass diese nationalistische Kunsttradition von Glinka und Puschkin begründet wurde. Sie zeigt, wie nationalistische Ideen in den Schriften von Komponisten, Kritikern und Musikhistorikern immer wieder aufgegriffen und weiterentwickelt wurden, selbst wenn es kaum oder gar keine Belege dafür gab.
Vor diesem Hintergrund bietet die Autorin eine kritische Darstellung der Art und Weise, wie die Imperative des nationalistischen Denkens den individuellen Erfindungsgeist beflügelten, die Komponisten dazu brachten, sich mit volkstümlichen, volkstümlichen und kirchlichen Musiktraditionen auseinanderzusetzen, und sie veranlassten, bestimmte westliche Paradigmen abzulehnen. Auf diese Weise bietet sie eine neue Perspektive auf die brillante Kreativität, die Innovation und die letztendliche Stagnation, die in der Tradition der russischen nationalistischen Musik zu finden ist.