Bewertung:

Das Buch bietet eine umfassende Untersuchung der integralen Rolle des Schmuggels in der amerikanischen Geschichte, stellt traditionelle Erzählungen in Frage und vermittelt dem Leser ein tieferes Verständnis der wirtschaftlichen Vergangenheit seines Landes.
Vorteile:Gut recherchiert und informativ, präsentiert das Buch eine einzigartige Perspektive auf die amerikanische Geschichte, die sowohl fesselnd als auch erhellend ist. Viele Rezensenten merkten an, dass das Buch ihr Verständnis von bedeutenden historischen Ereignissen verändert und Diskussionen in Bildungseinrichtungen dominiert hat. Das Buch ist klar und prägnant geschrieben, so dass es für Leser zugänglich ist, die die „wahre“ Geschichte Amerikas jenseits der traditionellen Lehrbücher kennenlernen möchten.
Nachteile:Einige Leser empfanden das Buch als dicht und gelegentlich wiederholend, was darauf hindeutet, dass es manchmal langatmig und unorganisiert sein könnte. In einigen Rezensionen wurde darauf hingewiesen, dass das Buch den Durchschnittsleser nicht ansprechen könnte, und es gab eine Beschwerde über einen Druckfehler, der das physische Buch verwirrend machte. Insgesamt könnte der akademische Stil nicht bei allen Lesern Anklang finden.
(basierend auf 64 Leserbewertungen)
Smuggler Nation: How Illicit Trade Made America
Amerika ist eine Schmugglernation. Unsere lange Geschichte illegaler Importe reicht von westindischer Melasse und niederländischem Schießpulver im 18. Jahrhundert über britische Industrietechnologien und afrikanische Sklaven im 19. Jahrhundert, französische Kondome und kanadischen Schnaps im frühen 20. Der Schmuggelkapitalismus war, wie sich herausstellt, ein integraler Bestandteil des amerikanischen Kapitalismus.
Das Buch Smuggler Nation, das eine umfassende Geschichte von der Kolonialzeit bis in die Gegenwart bietet, ist jetzt als Taschenbuch erhältlich und erzählt die Geschichte Amerikas - und seiner Beziehungen zu seinen Nachbarn und dem Rest der Welt - als eine Reihe höchst umstrittener Kämpfe um den illegalen Handel neu. Wie Peter Andreas in diesem provokanten und faszinierenden Werk zeigt, spielte der Schmuggel eine entscheidende und allzu oft übersehene Rolle bei der Entstehung Amerikas, seiner Expansion nach Westen und seiner wirtschaftlichen Entwicklung, während die Kampagnen zur Bekämpfung des Schmuggels die polizeilichen Befugnisse der Bundesregierung dramatisch erweitert haben. Die große Ironie ist, so Andreas, dass ein Land, das durch den Schmuggel geboren und aufgewachsen ist, heute der weltweit führende Kreuzritter im Kampf gegen den Schmuggel ist.
Indem er Amerikas lange und oft verschlungene Beziehung zur düsteren Unterwelt des Schmuggels nachzeichnet, liefert Andreas ein dringend benötigtes Gegenmittel zu den heutigen übertriebenen Darstellungen von außer Kontrolle geratenen Grenzen und wachsenden globalen Kriminalitätsbedrohungen. Die dringenden Aufrufe von Politikern und Experten, die Grenzen wieder unter Kontrolle zu bringen, leiden an einem schweren Fall von historischer Amnesie, da sie nostalgisch unterstellen, dass die Grenzen jemals wirklich unter Kontrolle waren. Das ist reine Mythologie, meint Andreas. Amerikas Grenzen waren schon immer äußerst durchlässig, im Guten wie im Schlechten.
Die illegale Kehrseite der Globalisierung ist keineswegs eine neue und noch nie dagewesene Gefahr für Amerika, sondern eine alte amerikanische Tradition. Wie Andreas zeigt, reicht sie nicht nur Jahrzehnte, sondern Jahrhunderte zurück. Und ihre Auswirkungen waren ausgesprochen zweischneidig, denn sie untergruben nicht nur die amerikanischen Gesetze, sondern trugen auch dazu bei, Amerikas Entwicklung von einer abgelegenen britischen Kolonie zur führenden Supermacht der Welt voranzutreiben.