Bewertung:

Derzeit gibt es keine Leserbewertungen. Die Bewertung basiert auf 6 Stimmen.
Sex, Drugs, and Body Counts: The Politics of Numbers in Global Crime and Conflict
In politischen Debatten und Medienberichten werden häufig große, aufmerksamkeitsstarke Zahlen verwendet: "Mindestens 200.000-250.000 Menschen starben im Bosnienkrieg". "In Afrika gibt es drei Millionen Kindersoldaten." "Mehr als 650.000 Zivilisten wurden infolge der US-Besetzung des Irak getötet." "Jährlich werden zwischen 600.000 und 800.000 Frauen über die Grenzen verschleppt. "Die Geldwäsche macht bis zu 10 Prozent des weltweiten BIP aus." "Kinderpornografie im Internet ist ein Wirtschaftszweig mit einem Jahresumsatz von 20 Milliarden Dollar".
Peter Andreas und Kelly M. Greenhill sehen nur ein Problem: Diese Zahlen sind wahrscheinlich falsch. Ihre fortgesetzte Verwendung und ihr Missbrauch spiegeln ein viel größeres und beunruhigendes Muster wider: Politische Entscheidungsträger und die Medien akzeptieren naiv oder absichtlich hochgradig politisierte und fragwürdige statistische Behauptungen über Aktivitäten, die extrem schwer zu messen sind. Das Ergebnis ist, dass wir allzu oft in die Falle dieser mythischen Zahlen geraten, mit perversen und kontraproduktiven Folgen.
Dieses Problem besteht in unzähligen Politikbereichen. Besonders ausgeprägt ist es jedoch bei Statistiken, die sich auf die politisch brisanten Bereiche der globalen Kriminalität und des Konflikts beziehen - die Zahl der bei Massakern und Völkermorden getöteten Menschen, das Ausmaß der Flüchtlingsströme, das Ausmaß des illegalen globalen Drogen- und Menschenhandels und so weiter. In Sex, Drugs, and Body Counts untersuchen Politikwissenschaftler, Anthropologen, Soziologen und Politikanalysten kritisch die undurchsichtigen Ursprünge einiger dieser Statistiken und zeichnen ihre bemerkenswerte Verbreitung nach. Sie bewerten auch die Standardmaßstäbe, die zur Bewertung der Wirksamkeit politischer Maßnahmen bei der Bekämpfung von Problemen wie der Terrorismusfinanzierung, dem Sexhandel und dem Drogenhandel verwendet werden.
Mitwirkende: Peter Andreas, Brown University; Thomas J. Biersteker, Graduate Institute of International and Development Studies-Genf; Sue E. Eckert, Brown University; David A. Feingold, Ophidian Research Institute und UNESCO; H. Richard Friman, Marquette University; Kelly M. Greenhill, Tufts University und Harvard University; John Hagan, Northwestern University; Lara J. Nettelfield, Institut Barcelona D'Estudis Internacionals und Simon Fraser University; Wenona Rymond-Richmond, University of Massachusetts Amherst; Winifred Tate, Colby College; Kay B. Warren, Brown University.