Bewertung:

Das Buch bietet eine intellektuelle Erkundung der kognitiven Soziologie durch dichte Kapitel, die untersuchen, wie unsere mentalen Prozesse unser Verständnis der sozialen und kulturellen Welt formen. Eviatar Zerubavel fordert die Leser auf, ihre Vorstellungen von sozialen Konstrukten zu überdenken und hebt die Rolle von Denkgemeinschaften bei der Definition dieser Konstrukte hervor. Der Text ist zwar fesselnd und regt zum Nachdenken an, doch einige Kapitel hätten von einer tieferen Erforschung bestimmter Themen profitieren können.
Vorteile:⬤ Eine intellektuelle und herausfordernde Perspektive auf die kognitive Soziologie.
⬤ Fesselnder Schreibstil, der zum Nachdenken anregt.
⬤ Hebt erfolgreich kulturelle Eigenheiten und Annahmen hervor, die allgemeine Überzeugungen in Frage stellen.
⬤ Das knappe Format macht es zu einer schnellen und unterhaltsamen Lektüre (nur 113 Seiten Text).
⬤ Bietet Einblicke in die soziale Konstruktion der Realität durch mentale Prozesse.
⬤ Einige Abschnitte fühlen sich repetitiv an und könnten länger sein, insbesondere in Bezug auf „Social Memories“ und „Standard Time“.
⬤ Einige Behauptungen über kulturelle Normen mögen seltsam erscheinen oder bedürfen einer weiteren Überprüfung durch den Leser.
⬤ Die Kürze der Kapitel kann die Tiefe der Erforschung komplexer Themen einschränken.
(basierend auf 4 Leserbewertungen)
Social Mindscapes: An Invitation to Cognitive Sociology (Revised)
Warum essen wir Sardinen, aber niemals Goldfische; Enten, aber niemals Papageien? Warum wird ein Hamburger durch das Hinzufügen von Käse zu einem "Cheeseburger" und durch das Hinzufügen von Ketchup nicht zu einem "Ketchupburger"? Und wie kann man bestimmen, was in einer Sitzung gesagt wurde und in das Protokoll aufgenommen werden sollte und was als "inoffiziell" zu betrachten ist und offiziell nicht beachtet werden sollte?
In diesem umfassenden und provokanten Buch vertritt Eviatar Zerubavel die Auffassung, dass die Kognitionswissenschaft diese Fragen nicht beantworten kann, da sie sich mit der Erkenntnis nur auf zwei Ebenen befasst: der individuellen und der universellen. Um die Lücke zwischen der romantischen Vision des einsamen Denkers, dessen Gedanken das Produkt einzigartiger Erfahrungen sind, und der kognitionspsychologischen Sichtweise zu schließen, die sich um die Suche nach den universellen Grundlagen der menschlichen Kognition dreht, entwirft Zerubavel einen ausgedehnten sozialen Bereich des Geistes - einen Bereich, der sich auf die konventionellen, normativen Aspekte unserer Denkweise konzentriert.
Mit witzigen Anekdoten und aufschlussreichen Analogien beleuchtet Zerubavel die sozialen Grundlagen geistiger Handlungen wie Wahrnehmen, Zuhören, Klassifizieren, Erinnern, Bedeutungszuweisung und Zeitrechnung. Was sich in unseren Köpfen abspielt, so erinnert er uns, wird zutiefst von unserem sozialen Umfeld beeinflusst, bei dem es sich in der Regel um Gruppen handelt, die größer sind als das Individuum, aber wesentlich kleiner als die menschliche Ethnie. So entwickeln wir eine nicht-universelle Software, um als Amerikaner oder Chinesen, Anwälte oder Lehrer, Katholiken oder Juden, Babyboomer oder Gen-Xer zu denken. Zerubavel erforscht die faszinierende Art und Weise, wie Denkgemeinschaften die Realität aufteilen und klassifizieren, Bedeutungen zuweisen und Dinge wahrnehmen und dabei viele selbstverständliche Annahmen "verfremden".