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Terra Cognita: The Mental Discovery of America
Die meisten von uns sind fasziniert von der herkömmlichen Erzählung über die heldenhafte Entdeckung Amerikas durch Christoph Kolumbus im Jahr 1492. Doch sollte das Verdienst für die Entdeckung Amerikas einem Mann zukommen, der darauf bestand, dass es sich nur um ein paar Inseln vor der Küste Chinas handelte?
In Terra Cognita argumentiert Eviatar Zerubavel, dass physische Begegnungen nur ein Teil des komplexen, vielschichtigen Entdeckungsprozesses sind. Solche Begegnungen müssen durch ein Verständnis für die wahre Identität des Entdeckten ergänzt werden. Die kleine Inselgruppe, von der Kolumbus behauptete, sie sei vor der Küste Asiens entdeckt worden, war weit entfernt von dem, was wir heute Amerika nennen. Die Entdeckung der Neuen Welt erfolgte nicht an einem einzigen Tag, sondern war ein langsamer Prozess - sowohl geistig als auch physisch -, der fast dreihundert Jahre dauerte. Wenn wir das Jahr 1492 als Jahr der Entdeckung feiern, verzerren wir unweigerlich die Realität der Geschichte.
Indem er anschaulich dokumentiert, wie sich eine langsam entstehende Neue Welt allmählich in das Bewusstsein Europas drängte, zeigt Zerubavel, dass Kolumbus Amerika nicht am 12. Oktober 1492 entdeckt hat. Ergänzt durch faszinierende alte Karten und ein neues Vorwort, das für diese Taschenbuchausgabe geschrieben wurde, wird Terra Cognita für Historiker, Geographen, Kognitionswissenschaftler, Soziologen und Kulturstudenten von Interesse sein.