Bewertung:

Das Buch hat gemischte Kritiken erhalten. Einige Leser loben die aufschlussreichen Überlegungen zu Genealogie und Verwandtschaft, während andere enttäuscht sind, weil der Schwerpunkt eher auf Soziologie als auf praktischen genealogischen Techniken liegt. Viele finden es intellektuell anregend, obwohl sie Probleme mit dem Format und der inhaltlichen Tiefe haben.
Vorteile:Beeindruckender und logischer Informationsfluss, wertvolle Überlegungen zur Bedeutung der Genealogie für den modernen Menschen, klarer Schreibstil, witzig und gut bebildert, bietet einen hervorragenden Überblick über die Verwandtschaft, erfrischend frei von Fachjargon.
Nachteile:Zu sehr auf Soziologie statt auf praktische Genealogie fokussiert, etwas trocken und wenig neue Erkenntnisse im Vergleich zu anderen Quellen, im Kindle-Format wegen der übermäßigen Fußnoten schwer zu lesen, für die Menge an Referenzmaterial als kostspielig zu betrachten.
(basierend auf 5 Leserbewertungen)
Ancestors and Relatives: Genealogy, Identity, and Community
Die Ahnenforschung war lange Zeit eine der größten Obsessionen der Menschheit. Doch mit dem Aufkommen der Genetik und der zunehmenden Aufmerksamkeit der Medien durch Sendungen wie Who Do You Think You Are? und Faces of America wird uns nun gesagt, dass genetische Marker uns definitiv sagen können, wer wir sind und woher wir kommen.
Das Problem, schreibt Eviatar Zerubavel, ist, dass die Biologie uns kein vollständiges Bild liefert. Warum, so fragt er, betrachten wir Barack Obama als schwarz, obwohl seine Mutter weiß war? Warum glaubten die Nazis, dass aus der Verbindung von Deutschen und Juden eher Juden als Deutsche hervorgehen würden? In diesem provokanten Buch bietet er ein neues Verständnis von Verwandtschaft und zeigt, dass ihre soziale Logik manchmal die biologische Realität, die sie angeblich widerspiegelt, außer Kraft setzt. Tatsächlich sind es nicht nur biologische Fakten, sondern soziale Traditionen des Erinnerns und Klassifizierens, die die Art und Weise prägen, wie wir unsere Vorfahren verfolgen, unsere Verwandten identifizieren und Familien, ethnische Gruppen, Nationen und Arten abgrenzen. Außerdem sind Genealogien mehr als bloße Aufzeichnungen der Geschichte. Anhand einer Vielzahl von Belegen stellt Zerubavel Konzepte wie Flechten, Ausschneiden, Einfügen, Verklumpen, Aufteilen, Dehnen und Beschneiden vor, um aufzuzeigen, wie wir Genealogien manipulieren, um persönlichen und kollektiven Agenden der Ein- und Ausgrenzung Rechnung zu tragen. Anstatt einfach herauszufinden, wer unsere Vorfahren waren und unsere Verwandten zu identifizieren, konstruieren wir die genealogischen Erzählungen, die sie zu unseren Vorfahren und Verwandten machen.
Eine augenöffnende Überprüfung unseres Begriffs der Verwandtschaft, Ahnen und Verwandte bietet eine neue Art des Verständnisses von Familie, Ethnie, Nation, Ethnie und Menschlichkeit.