
Trojan Horse: Natural Rights and America's Founding
Die Idee des christlichen Amerikas ist umstritten. Diejenigen, die sie bejahen, stützen sich auf eine Fülle von Beweisen, während diejenigen, die sie bestreiten, über ein ebenso umfangreiches Arsenal an Fakten und Unterlagen verfügen. Wie lässt sich der Wahrheitsgehalt der Angelegenheit klären?
Es ist unbestreitbar, dass die Vereinigten Staaten in Kontinuität mit dem christlichen, gewohnheitsrechtlichen Erbe des Mutterlandes gegründet wurden. Dies steht in schrillem Gegensatz zum revolutionären Regime in Frankreich, dessen Leitgedanke der Umsturz der überlieferten Institutionen war. Amerika stellte bei seiner Gründung, wie es R. J. Rushdoony treffend charakterisiert, "eine protestantische feudale Restauration" dar, denn "seine Ursprünge sind christlich und augustinisch, tief verwurzelt in der reformatorischen, mittelalterlichen und patristischen Geschichte" (Diese unabhängige Republik, S. vii. ).
Aber ist damit nicht schon alles gesagt? Offensichtlich gibt es auch eine Diskontinuität mit der christlichen Vergangenheit. In den Gründungsdokumenten, sei es die Unabhängigkeitserklärung oder die Verfassung, ist keine etablierte Kirche vorgesehen. Es gibt auch keine Anerkennung der christlichen Religion. Es gibt keine Anerkennung des göttlichen Rechts. In der Verfassung heißt es "Wir, das Volk" als selbstbezogene Autorität, und es gibt eine Bestimmung (Art. VI, 3), dass "keine religiöse Prüfung" für "irgendein Amt oder öffentliches Vertrauen" erforderlich sei.
Da ist die beiläufige Anerkennung des "Gottes der Natur", des "Schöpfers", ein Appell an den "obersten Richter der Welt" im Streitfall, in dem "ein festes Vertrauen auf den Schutz der göttlichen Vorsehung" zum Ausdruck kommt. Jeder gute Monotheist, Unitarier, Deist könnte das bestätigen.
War dies ein Versehen? War es eine Rücksichtnahme auf jene Staaten, deren Verfassungen und Institutionen spezifisch christliche Anerkennungen und Regelungen enthielten? Oder war es Absicht?
Um diese Frage zu beantworten, befasst sich dieses Buch eingehend mit den rechtsphilosophischen Grundlagen der neuen Nation und unterzieht diese Grundlagen einer gründlichen Analyse und Kritik. Es zeigt dann, wie sich dieses Verständnis durch die verschiedenen Institutionen der amerikanischen Ordnung hindurchzieht. Und er zeigt, dass genau diese philosophischen und letztlich religiösen Grundlagen das trojanische Pferd sind, das unserem Land Schaden zugefügt hat.