
Intersections: A Reading of Sade with Bataille, Blanchot, and Klossowski
Vier Autoren - der erste, ein Franzose aus dem 18. Jahrhundert, dessen Werke noch immer schockieren, skandalisieren und belehren können, und die anderen, drei Franzosen aus dem 20.
Jahrhundert, Erben und Erklärer ihres früheren Landsmanns - bilden die Hauptfiguren dieses literarisch-philosophischen Dialogs, der versucht, die Grenzen von Zeit, Raum und sexueller Identität zu überwinden, die von traditionellen Ansätzen zur Literatur auferlegt werden. Professor Gallop, die sich auf Autoren wie Friedrich Nietzsche und Roland Barthes beruft, nennt als prägendes Prinzip ihrer Arbeit den zentralen Grundsatz der Intertextualität - dass ein literarisches Werk kein geschlossenes System ist, das durch Bezugnahme auf seinen Schöpfer oder seinen Betrachter endgültig charakterisiert werden kann. Vielmehr treffen Leser, Autor und Text aufeinander, reagieren und interagieren in einer Performance von "polymorpher Per-Versität" - eine Performance, die, wie Professor Gallop betont, eine parodistische Entsprechung in den Aktivitäten von Sades vornehmen Libertins findet.
Professor Gallop stellt fest, dass Sade und die Strukturalisten insofern eine Zielkongruenz aufweisen, als beide die Zerstörung der klassischen Dichotomie zwischen dem Ideal und dem Materiellen anstreben, die lange Zeit im Herzen der humanistischen Tradition verankert war. Ausgehend von diesen eigentümlichen Verbindungen von Theorie, Ziel und Umsetzung - und von einem eindeutig feministischen Standpunkt aus - bewegt sich Professor Gallop frei zwischen den Texten ihrer vier Themen. Sie führt Batailles Sade in Blanchots Sade ein, setzt Klossowskis Sade mit Klossowskis Bataille in Beziehung und befreit, wenn nötig, Sade selbst aus dem Netz dessen, was über ihn geschrieben wurde.
Sie stellt fest, dass jeder der drei späteren Autoren seine eigene "Fiktion" konstruiert, mit Sade als Hauptfigur: Bataille, der in der Idee des "souveränen Menschen" gefangen ist, entdeckt den souveränen Menschen in Sade; Blanchot, für den die eigentliche Handlung der Akt des Schreibens selbst ist, beschreibt einen Sade, der mit dem Schrecken des Selbstverlustes in diesem Akt konfrontiert ist; während Klossowski mehrere Sades erschafft, die verschiedene Momente seines intellektuellen Weges markieren: psychoanalytisch, katholisch, nietzscheanisch. Professor Gallop zeigt jedoch, dass Sade letztlich nicht aneignbar ist - er kann in der Tat nicht konsumiert werden - und dass somit eine Umkehrung stattfindet, bei der Bataille, Blanchot und Klossowski zu Erweiterungen von Sades Charakteren werden, die in die sadistische Welt eingebettet sind. Und sie selbst sieht sich ebenfalls als Teil dieser Welt und ihr Werk als "eine stets nachhallende Erweiterung von Sades eigenem Schreiben".
Jane Gallop hat Artikel in Yale French Studies, MLN, Sub-Stance, Diacritics und anderen Zeitschriften veröffentlicht. Ihr Interesse an Literatur, Psychoanalyse und Feminismus spiegelt sich in einem demnächst erscheinenden Buch wider.