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Playing Oppression: The Legacy of Conquest and Empire in Colonialist Board Games
Eine bemerkenswerte Analyse der Wurzeln populärer Brettspiele in imperialistischem Denken - und warum die Zukunft des Spiels davon abhängt, dass man sich damit auseinandersetzt.
Brettspiele beschwören Bilder von unschuldig bereichernder Unterhaltung herauf: Spieleabende in der Familie, Zeitvertreib in der Kindheit, kooperative Brettspiele, die sich um Ressourcenmanagement und strategisches Spiel drehen. Doch in Playing Oppression wenden Mary Flanagan und Mikael Jakobsson den prägnanten Rahmen der postkolonialen Theorie auf einen breiten historischen Überblick über Brettspiele an, um zu zeigen, wie diese scheinbar harmlosen Unterhaltungen die Logik des Imperialismus verstärken.
Durch diese Linse nimmt die kommerzialisierte Version von Snakes and Ladders als eine Verzerrung von Gyan Chaupar (einem indischen Spiel um spirituelles Wissen) durch das britische Empire Gestalt an, und die „Handelsspiele“ des frühen zwanzigsten Jahrhunderts, die den französischen Kolonialismus feierten, werden dahingehend entlarvt, dass sie dessen Brutalität auf bequeme Weise reinwaschen, während sie sich gleichzeitig auf grob rassistische Bilder stützen. Die explizit abscheulichsten Merkmale dieser Spiele sind vielleicht nicht mehr sichtbar, aber ihr Erbe wirkt noch immer in der zeitgenössischen Tendenz der Eurospiele nach, Zyklen der Erforschung, Expansion, Ausbeutung und Ausrottung zu verherrlichen (und zu fördern).
Playing Oppression ist eine unverzichtbare Ergänzung für das Bücherregal eines jeden Spielers. Es analysiert geschickt diese heimtückische Gewalt und schlägt einen Weg in die Zukunft mit Brettspielen vor, die kolonialistisches Denken in Frage stellen und eine viel breitere kulturelle Vorstellungskraft einbeziehen.