Bewertung:

Nanos' Buch bietet eine neue Interpretation des Paulusbriefes an die Römer, die den jüdischen Kontext betont und die traditionellen christlichen Lesarten in Frage stellt. Es ist gut recherchiert und regt zum Nachdenken an und veranlasst die Leser, lang gehegte Überzeugungen über Paulus zu überdenken. Einige Rezensenten fanden die Analyse aufschlussreich, wiesen aber auf Probleme mit der Struktur und der Klarheit hin und meinten, sie könne manchmal dicht sein und sich wiederholen.
Vorteile:⬤ Eine wichtige und neue Perspektive auf die Paulusbriefe, insbesondere auf den Römerbrief.
⬤ Gut recherchiert und mit Bedacht auf den historischen Kontext ausgerichtet.
⬤ Hinterfragt antijüdische Interpretationen und fördert das Verständnis der jüdisch-christlichen Beziehungen.
⬤ Setzt sich mit theologischen Schlüsselkonzepten auseinander und bietet neue Einsichten in traditionelle Sichtweisen.
⬤ Könnte einen sinnvollen jüdisch-christlichen Dialog fördern.
⬤ Umfangreich und akademisch anspruchsvoll; vielleicht nicht für jeden leicht zu lesen.
⬤ Kritik an mangelnder Klarheit und Gliederung, insbesondere bei der Darstellung von Schlüsselargumenten.
⬤ Wiederholungen von Punkten, die im ganzen Buch gemacht werden, können zu Ermüdung des Lesers führen.
⬤ Einige Rezensenten fanden Widersprüche in den Interpretationen des Autors zu Gesetz und Praxis für Heiden und Juden.
⬤ Einige waren der Meinung, dass das Buch bestimmte theologische Punkte nicht effektiv anspricht, was zu Verwirrung führt.
(basierend auf 34 Leserbewertungen)
Mystery of Romans the
Der Brief des Paulus an die Römer, so Nanos, ist ein Beispiel für eine jüdische Korrespondenz, die sich an Jesusgläubige richtet, die in jüdischen Gewohnheiten verwurzelt sind - ob sie nun jüdischer oder nichtjüdischer Herkunft sind. Im Gegensatz zu denjenigen, die Paulus für einen Abtrünnigen des Judentums halten, betont Nanos die Kontinuität des Paulus mit seinem jüdischen Erbe.
Mehrere Schlüsselargumente sind hier zu nennen: Die Adressaten des Paulusbriefes waren immer noch ein fester Bestandteil der römischen Synagogengemeinden. Die „Schwachen“ sind nichtchristliche Juden, während zu den „Starken“ sowohl jüdische als auch nichtjüdische Bekehrte zum Glauben an Jesus gehören. Paulus als praktizierender, gläubiger Jude besteht auf den Verhaltensregeln für „die rechtschaffenen Nichtjuden“.
Die Unterordnung der Christen unter die Obrigkeit (Römer 13,1-7) soll die Unterwerfung unter die Synagogenvorsteher und nicht unter die römischen Regierungsbeamten erzwingen. Paulus verhält sich in einer Weise, die das sehr jüdische Bild von ihm in der Apostelgeschichte bestätigt: Er geht zuerst in die Synagogen.