Bewertung:

Die Rezensionen heben das neue Buch von Mark Nanos als einen bedeutenden Beitrag zum Verständnis von Paulus im Kontext des Judentums hervor. Die Aufsätze stellen herkömmliche Interpretationen in Frage, die Paulus als Verunglimpfung des Judentums darstellen. Stattdessen argumentiert Nanos, dass Paulus ein Tora-befolgender Jude blieb und Nichtjuden dazu auffordert, ihren Platz innerhalb des jüdischen Glaubens zu verstehen. Die Sammlung wird für ihren wissenschaftlichen Ansatz und ihre neuen Einsichten gelobt, was sie zu einer wertvollen Quelle sowohl für akademische Studien als auch für die persönliche Lektüre macht.
Vorteile:⬤ Bietet neue Perspektiven auf Paulus als Thora-treuen Juden innerhalb des Judentums.
⬤ Stellt traditionelle Ansichten in Frage, die Paulus als Gegner des Judentums darstellen.
⬤ Eine unschätzbare Sammlung von Aufsätzen zu einem vernünftigen Preis.
⬤ Solide Wissenschaft, die dazu anregt, Schlüsseltexte im Korinther- und Philipperbrief neu zu überdenken.
⬤ Ein Muss für alle, die an einem differenzierten Verständnis der Rolle und der Lehren des Paulus interessiert sind.
⬤ Einige Leser könnten die Interpretationen als Herausforderung empfinden, wenn sie an traditionelle Ansichten über Paulus gewöhnt sind.
⬤ Für Gelegenheitsleser ohne biblisches Hintergrundwissen könnte das Buch als zu akademisch empfunden werden.
(basierend auf 5 Leserbewertungen)
Reading Corinthians and Philippians within Judaism
Die Kommentartradition zum 1. Korintherbrief bezeichnet die Schwachen einmütig als Christusnachfolger, deren Glaube noch nicht ausreicht, um sich mit Gleichgültigkeit dem Verzehr von Götzenkost hinzugeben, als ob Paulus im Idealfall wollte, dass sie stark genug dafür werden.
Die Kommentatoren zögern auch nicht zu erklären, dass Paulus den Korinthern riet, sich wie Nicht-Juden zu verhalten (z. B. Götzenkost zu essen), um Nicht-Juden für Christus zu gewinnen, in der Überzeugung, dass er frei von jeglicher Verpflichtung sei, sich an das jüdische Bundesverhalten zu halten - es sei denn, er entschied sich zweckmäßigerweise dafür, jüdisches Verhalten zu imitieren, um Juden für Christus zu gewinnen.
In ähnlicher Weise kommen Ausleger immer wieder zu dem Schluss, dass Paulus im Philipperbrief Juden als Hunde bezeichnete, weil sie den Wert der Beschneidung hochhielten, und dass er eine solche Identifizierung als Verstümmelung ablehnte. Keine dieser Interpretationen entspricht wahrscheinlich dem, was Paulus ursprünglich gemeint hat, so Nanos.
Jeder Aufsatz erklärt, warum das so ist, und bietet neue Alternativen, um die Sprache des Paulus innerhalb des Judentums neu zu lesen. Dabei kombiniert Nanos Untersuchungen relevanter Elemente aus jüdischen Quellen, aus verschiedenen kynischen und anderen griechisch-römischen Zeitgenossen sowie aus dem Neuen Testament.