Bewertung:

Das Buch wird für seine einzigartigen Einblicke und seine gründliche Forschung über Paulus' Beziehung zum Judentum und seine Einstellung zu Nicht-Juden sehr geschätzt. Die Leser schätzen Nanos' Respekt für den christlichen Glauben und seine Fähigkeit, komplexe theologische Konzepte zu erklären. Manche finden jedoch, dass seine Ausführungen anspruchsvoll sind und sich gelegentlich wiederholen, was darauf hindeutet, dass das Buch eher für Leser mit einem fundierten Hintergrundwissen geeignet ist.
Vorteile:⬤ Klarer und erhellender Schreibstil
⬤ gut untermauerte und recherchierte Schlussfolgerungen
⬤ wertvolle Einsichten für Juden und Christen
⬤ verbessert das Verständnis des Neuen Testaments und der jüdischen Wurzeln des Christentums
⬤ kann Diskussionen und Beziehungen über den Glauben bereichern.
⬤ Anspruchsvolle Lektüre für manche
⬤ kann sich manchmal wiederholen
⬤ setzt theologische Vorkenntnisse voraus
⬤ manche Leser mögen eine einfachere Zusammenfassung einer tiefgehenden Analyse vorziehen.
(basierend auf 8 Leserbewertungen)
Reading Paul within Judaism
Die vorherrschende Darstellung des Apostels Paulus ist die einer Figur, die die jüdische Identität und das jüdische Verhalten nicht mehr schätzte und sie sowohl für Juden als auch für Nicht-Juden in seinen Versammlungen ablehnte. Diese vorherrschende Version von Paulus hängt in hohem Maße von bestimmten Interpretationen von Schlüsselpassagen ab, die als Brennpunkte gelten.
In diesem Buch und den folgenden Bänden dieser Reihe unternimmt Mark Nanos den Versuch, eine Paulus-im-Judentum-(Neu-)Lektüre des Apostels zu erproben, insbesondere in Bezug auf diese Brennpunkttexte. Nanos zeigt, wie sich die traditionellen Schlussfolgerungen über Paulus und die Bedeutung seiner Briefe dramatisch verändern, indem er die Hypothese prüft, dass der historische Paulus eine jüdische, die Tora einhaltende Lebensweise praktizierte und dass er erwartete, dass seine Adressaten dies auch wussten.
Nanos prüft auch die Hypothese, dass die angesprochenen Nicht-Juden wissen sollten, dass seine Anleitung auf der Förderung einer jüdischen Lebensweise für sie selbst beruhte, während er gleichzeitig darauf bestand, dass sie Nicht-Juden blieben und somit technisch gesehen nicht unter denselben Bedingungen wie er und die anderen Juden in dieser neuen (jüdischen) Bewegung unter der Tora standen. Im Gespräch mit den vorherrschenden Ansichten argumentiert Nanos, dass die Paulus-Perspektive innerhalb des Judentums nicht nur historisch wahrscheinlichere Interpretationen der Paulustexte bietet, sondern auch ein größeres Versprechen für bessere Beziehungen zwischen Christen und Juden, weil diese Texte christliche Konzepte, Redeweisen und Verhaltensweisen gegenüber Juden geprägt haben, die auf der Prämisse beruhen, dass Paulus Juden und das Judentum als die spiegelbildlichen Gegensätze dessen ansah, was Christen sein und werden sollten.