Bewertung:

Die Rezensionen zu „Just Babies: Die Ursprünge von Gut und Böse“ von Paul Bloom spiegeln eine Mischung aus Faszination und Kritik wider. Die Leser schätzen die fesselnde Erforschung der moralischen Entwicklung von Säuglingen und Kindern, die durch innovative Forschung unterstützt wird. Einige Rezensenten äußern jedoch ihre Enttäuschung über die philosophischen Abschweifungen und den Mangel an Tiefe bei der Behandlung grundlegender moralischer Fragen.
Vorteile:⬤ Fesselnde und gut geschriebene Erzählung.
⬤ Faszinierende Forschung zur Moral von Säuglingen und Kindern.
⬤ Aufschlussreiche soziale Analysen und innovative Versuchspläne.
⬤ Leicht zu lesender Stil macht komplexe Themen zugänglich.
⬤ Anregende Einführung in die Moralpsychologie und die kindliche Entwicklung.
⬤ Der Schwerpunkt verlagert sich von der empirischen Forschung zu philosophischen Überlegungen, was zu einem gefühlten Mangel an Kohärenz führt.
⬤ Einige Skepsis über die Gültigkeit der Forschungsergebnisse.
⬤ Diskussionen über Religion werden als voreingenommen und nicht objektiv empfunden.
⬤ Es fehlt an Tiefe bei der Behandlung wesentlicher Fragen der Moral und der Rolle der Erziehung.
⬤ Einige Leser empfanden den Text eher als Mischmasch denn als konzentrierte Studie.
(basierend auf 155 Leserbewertungen)
Just Babies: The Origins of Good and Evil
Ein führender Kognitionswissenschaftler argumentiert, dass ein tiefer Sinn für Gut und Böse in den Knochen angelegt ist.
Von John Locke bis Sigmund Freud haben Philosophen und Psychologen lange Zeit geglaubt, dass wir das Leben als moralisches unbeschriebenes Blatt beginnen. Viele von uns halten es für selbstverständlich, dass Babys egoistisch geboren werden und dass es die Aufgabe der Gesellschaft - und insbesondere der Eltern - ist, sie von kleinen Soziopathen in zivilisierte Wesen zu verwandeln. In Just Babies argumentiert Paul Bloom, dass der Mensch in der Tat mit einem Sinn für Moral ausgestattet ist. Auf der Grundlage bahnbrechender Forschungen in Yale zeigt Bloom, dass Babys, noch bevor sie sprechen oder laufen können, das Gute und Schlechte der Handlungen anderer beurteilen.
Sie empfinden Mitgefühl und Mitleid.
Sie handeln, um diejenigen zu beruhigen, die in Not sind.
Und sie haben einen rudimentären Sinn für Gerechtigkeit.
Doch diese angeborene Moral ist begrenzt, manchmal auf tragische Weise. Wir sind von Natur aus feindselig gegenüber Fremden und neigen zu Engstirnigkeit und Bigotterie. Indem er Erkenntnisse aus der Psychologie, der Verhaltensökonomie, der Evolutionsbiologie und der Philosophie zusammenführt, erforscht Bloom, wie es uns gelungen ist, diese Grenzen zu überwinden. Dabei untersucht er die Moral von Schimpansen, gewalttätigen Psychopathen, religiösen Extremisten und Ivy-League-Professoren und erforscht unsere oft rätselhaften moralischen Gefühle in Bezug auf Sex, Politik, Religion und Rasse.
In seiner Analyse der Moral von Kindern und Erwachsenen weist Bloom die gängige Ansicht zurück, dass unsere moralischen Entscheidungen hauptsächlich von Bauchgefühlen und unbewussten Vorurteilen bestimmt werden. So wie die Vernunft unsere großen wissenschaftlichen Entdeckungen vorangetrieben hat, so sind es auch Vernunft und Überlegung, die unsere moralischen Entdeckungen ermöglichen, wie etwa die Ungerechtigkeit der Sklaverei. Letztlich sind es unsere Vorstellungskraft, unser Mitgefühl und unsere einzigartige menschliche Fähigkeit zum rationalen Denken, die es uns ermöglichen, das primitive Moralempfinden, mit dem wir geboren wurden, zu überwinden und mehr als nur Babys zu werden.
Paul Bloom hat die Gabe, abstrakte Ideen zum Leben zu erwecken, indem er nahtlos von Darwin, Herodot und Adam Smith zu Die Braut des Prinzen, Hannibal Lecter und Louis C. K. übergeht. Lebendig, witzig und intellektuell erprobt, bietet Just Babies eine radikal neue Perspektive auf unser moralisches Leben.
Aus der Hardcover-Ausgabe.