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Speaking of Sadness: Depression, Disconnection, and the Meanings of Illness, Updated and Expanded Edition
David A. Karp verbindet die Sorgfalt und Gründlichkeit eines Gelehrten mit einem tiefgreifenden persönlichen Einblick und bringt die private Erfahrung der Depression in ein scharfes Licht, indem er sich auf eine bemerkenswerte Reihe von intimen Interviews mit fünfzig depressiven Männern und Frauen stützt. Karps Interviews sind abwechselnd ergreifend, verstörend, beißend komisch und weise und lassen uns den Mut depressiver Menschen im Umgang mit außergewöhnlichen und lähmenden Schmerzen bewundern. Wir erfahren, wie sich Depressionen anfühlen, was es bedeutet, eine "offizielle" klinische Diagnose zu erhalten, und was depressive Menschen über das Bataillon von Experten der psychischen Gesundheit - Ärzte, Krankenschwestern, Sozialarbeiter, Soziologen, Psychologen und Therapeuten - denken, die ihnen helfen sollen. Die von Karp porträtierten Personen, deren Alter von Anfang zwanzig bis Mitte sechzig reicht, berichten über ihr Arbeitsleben, ihre Karrierewünsche und ihre intimen Beziehungen und verraten Strategien zur Überwindung lähmender Episoden von Hoffnungslosigkeit. Dabei untersucht Karp die unzähligen Möglichkeiten, wie die Gesellschaft zu weit verbreiteter Entfremdung und emotionaler Erschöpfung beiträgt.
In einer neuen und ausführlichen Einleitung, die seit der ursprünglichen Veröffentlichung von Speaking of Sadness vor zwanzig Jahren verfasst wurde, bewertet Karp den Zustand und die sozialen Bewegungen in Bezug auf die Depressionserfahrung. Er zeichnet seine persönliche Depressionsreise und die Rezeption seiner Leser seit der Erstveröffentlichung des Buches nach. Darüber hinaus bietet er eine klare Perspektive auf die Folgen der umfassenden Medikalisierung, die die kulturelle Behandlung von Depressionen durchdringt, und ruft zu einer Bewegung auf, die den Erfahrungen der Marginalisierten zuhört und sie zur Sprache bringt.
Speaking of Sadness zeichnet sich dadurch aus, dass es sich dem Erzählen von Geschichten widmet und darin klare Muster entdeckt. Karp durchdringt die erschreckende Isolation der Depression, um die Verbindungen aufzudecken, die die Depressiven auf ihrer persönlichen Reise durch diese sehr private Hölle verbinden. Dieses Buch wird Fachleuten, die versuchen, die Welt so zu sehen wie ihre Klienten, ein neues Verständnis vermitteln und jedem, der sich um jemanden kümmert, der mit der grausamen Unberechenbarkeit der Depression lebt, lebendige Einsichten und neues Einfühlungsvermögen bieten.