Bewertung:

Dieses Buch bietet eine tiefe, persönliche und soziologische Perspektive auf Depressionen durch verschiedene Erzählungen. Es hebt die Kämpfe derjenigen hervor, die an langfristigen Depressionen leiden, stellt gesellschaftliche Missverständnisse in Frage und bietet einen Einblick in die Krankheit, ohne falsche Hoffnungen oder schnelle Lösungen anzubieten. Der Autor, David Karp, teilt seine eigenen Erfahrungen und bietet eine nachvollziehbare Sichtweise sowohl für Betroffene als auch für deren Angehörige.
Vorteile:Das Buch bietet authentische persönliche Zeugnisse, die die Erfahrungen von Menschen mit Depressionen bestätigen. Es ist aufschlussreich für das Verständnis der Krankheit sowohl aus individueller als auch aus gesellschaftlicher Sicht. Viele Leserinnen und Leser finden es tröstlich zu wissen, dass sie mit ihren Problemen nicht allein sind, und es dient als hilfreiche Quelle für Familien und Freunde von Menschen, die an Depressionen leiden. Der Schreibstil wird als nachdenklich beschrieben, und es wird vermieden, allzu klinisch zu sein, was es für ein breites Publikum zugänglich macht.
Nachteile:Einige Leser könnten den erzählerischen Stil mit vielen Interviews und einem Mangel an traditionellen Selbsthilfeanleitungen bemängeln. In einigen Rezensionen werden das langsame Tempo und der sich wiederholende Schreibstil des Autors erwähnt. Diejenigen, die auf der Suche nach einer schnellen Heilung oder Wohlfühlbotschaften sind, könnten enttäuscht sein, da sich das Buch eher auf die Realität des Lebens mit Depressionen konzentriert, als Lösungen anzubieten.
(basierend auf 20 Leserbewertungen)
Speaking of Sadness: Depression, Disconnection, and the Meanings of Illness
"Auch wenn ich aufgrund von Depressionen zeitweise das Gefühl hatte, dass mein Leben nicht lebenswert ist, in meiner Familie Chaos angerichtet hat und die Arbeit des Lehrens und Schreibens manchmal unmöglich erschien", schreibt David Karp, "hatte ich in mancher Hinsicht Glück." Depressionen können in der Tat verheerend sein und zum Auseinanderbrechen von Familien, zum Verlust des Arbeitsplatzes und sogar zu Selbstmord führen. Und sie ist ein landesweites Problem, denn etwa zehn bis fünfzehn Millionen Amerikaner leiden darunter, und die Zahl steigt. In Speaking of Sadness zeigt Karp das menschliche Gesicht dieses weit verbreiteten Leidens, indem er seine eigenen Erfahrungen und die anderer in einem ehrlichen, aufschlussreichen Werk beleuchtet.
Indem er die Sorgfalt und Gründlichkeit eines Wissenschaftlers mit einem erschütternden persönlichen Einblick kombiniert, bringt Karp die private Erfahrung der Depression in ein scharfes Licht und stützt sich dabei auf eine bemerkenswerte Reihe von intimen Interviews mit fünfzig depressiven Männern und Frauen. Karps Interviews sind abwechselnd ergreifend, verstörend, beißend komisch und weise und lassen uns den Mut depressiver Menschen im Umgang mit außergewöhnlichen und lähmenden Schmerzen bewundern. Wir erfahren, wie sich Depressionen anfühlen, was es bedeutet, eine "offizielle" klinische Diagnose zu erhalten, und was depressive Menschen über das Bataillon von Experten der psychischen Gesundheit - Ärzte, Krankenschwestern, Sozialarbeiter, Soziologen, Psychologen und Therapeuten - denken, die ihnen helfen sollen. Wir erfahren, welche persönliche Bedeutung die Patienten dem Beginn der täglichen Einnahme von Medikamenten beimessen und wie sehr sie darum kämpfen, biochemische Erklärungen und Metaphern der Depression als Krankheit zu verstehen. Die Menschen, die Karp porträtiert, sind zwischen Anfang zwanzig und Mitte sechzig alt und berichten über ihr Arbeitsleben und ihre Karrierepläne und verraten, wie sie lähmende Anfälle von Hoffnungslosigkeit überwinden. Sie offenbaren, wie sich Depressionen auf ihre intimen Beziehungen auswirken, und in einem separaten Kapitel stellen Ehepartner, Kinder, Eltern und Freunde ihre eigene, oft übersehene Sichtweise vor. Karp untersucht die unzähligen Möglichkeiten, wie die Gesellschaft zu weit verbreiteter Entfremdung und emotionaler Erschöpfung beiträgt.
Speaking of Sadness" ist ein wichtiges Buch, das die erschreckende Isolation der Depression durchbricht, um die Verbindungen aufzudecken, die die Depressiven auf ihrer persönlichen Reise durch diese sehr private Hölle verbinden. Es wird Fachleuten, die versuchen, die Welt so zu sehen wie ihre Klienten, ein neues Verständnis vermitteln und jedem, der sich um jemanden kümmert, der mit der grausamen Unberechenbarkeit der Depression lebt, lebendige Einsichten und neues Einfühlungsvermögen bieten.