Bewertung:

Das Buch ist eine Sammlung von Kurzgeschichten mit Wien-Bezug, die die Perspektiven verschiedener Autoren auf die Stadt zeigen. Es taucht in die literarischen und urbanen Randgebiete Wiens ein und verlangt von den Lesern, sich gedanklich mit den Erzählungen auseinanderzusetzen. Während es einen tieferen Einblick in Wien jenseits typischer touristischer Erfahrungen bietet, könnten einige LeserInnen das Tempo und die Komplexität als Herausforderung empfinden.
Vorteile:⬤ Bietet eine vielfältige Mischung von Kurzgeschichten über Wien von verschiedenen Autoren.
⬤ Bietet einzigartige Perspektiven auf die Stadt und vermeidet Klischees und touristische Mainstream-Attraktionen.
⬤ Fesselnde und zum Nachdenken anregende Erzählungen, die sich mit Themen der Geschichte, Gesellschaft und Kultur Wiens befassen.
⬤ Gut produziert mit Illustrationen, einer Einführung und biografischen Notizen, die das Leseerlebnis verbessern.
⬤ Erfordert einige Vorkenntnisse über Wien, um das Buch richtig zu verstehen.
⬤ Das Tempo und der Erzählstil variieren erheblich, was das Leseerlebnis uneinheitlich machen kann.
⬤ Kann eine Herausforderung für Leser sein, die unkomplizierte oder leicht zu lesende Geschichten suchen.
(basierend auf 5 Leserbewertungen)
Vienna Tales
An der Schnittstelle zwischen West und Ost, zwischen Alpenvorland und der mächtigen „Blauen Donau“ gelegen, bietet Wien seit jeher eine Fülle von Stoff für Geschichten, die unterhalten und faszinieren. Die berühmte Lebensqualität und das reichhaltige kulturelle Angebot der Stadt sind hier auf Schritt und Tritt zu spüren, aber auch ihre Schattenseiten, sei es die Wiener Besessenheit von Tod und Verfall oder die dramatischen, tragischen Ereignisse der Geschichte des 20. Jahrhunderts. Jahrhunderts steht die Stadt für Wein, Weib und Gesang, für eine entspannte - vielleicht etwas laxe? - Lebensgefühl, das stets mit ihrer Lage als südlichstem Zentrum deutscher Kultur verbunden ist. In den neueren Erzählungen setzt sich das Thema des guten Lebens und der Schönheit Wiens fort, aber es gibt nur wenige Autoren, die sich nicht mit Elementen der Dunkelheit oder Melancholie befassen. Seit der Mitte des zwanzigsten Jahrhunderts scheint sogar der Tod selbst zum bevorzugten Thema der Literatur geworden zu sein.
Führer durch die Stadt.
Die Sammlung konzentriert sich auf Geschichten, die an den Rändern der Stadt spielen. Die Erzählungen sind eher geografisch als chronologisch angeordnet, um und durch die Stadt von West nach Ost und wieder zurück. Wir beginnen und enden mit Arthur Schnitzler und Joseph Roth, zwei Autoren, die bereits unauslöschlich mit Wien verbunden sind, aber hier mit wenig bekannten Perlen vertreten sind, die zum ersten Mal übersetzt wurden. Jahrhunderts - Heinrich Laube, Ferdinand Kurnberger, Adalbert Stifter -, aber auch die jüngste Generation von Wiener Schriftstellern, Doron Rabinovici, Eva Menasse, Dimitre Dinev, mit Erzählungen, die im Englischen noch unbekannt sind.