Bewertung:

Das Buch erforscht die komplexen und verstörenden Erfahrungen des Inzests in der Kindheit aus der Perspektive des Opfers, wobei Themen wie Trauma, Machtdynamik und die Nachwirkungen des Missbrauchs miteinander verwoben werden. Die Erzählung wird sowohl als anschaulich als auch als kunstvoll beschrieben, was unterschiedliche Reaktionen auf die Darstellung des sexuellen Missbrauchs hervorruft.
Vorteile:Der Text wird als wunderschön gestaltet und anregend beschrieben und bietet tiefe psychologische Einblicke in Trauma und Missbrauch. Viele Leser hielten das Buch für eine wichtige und unverzichtbare Lektüre, die sich mutig mit der Komplexität des Überlebens und den psychologischen Schäden auseinandersetzt. Es wurde für seine unverblümte Ehrlichkeit und dafür gelobt, dass es schwierige gesellschaftliche Fragen im Zusammenhang mit Inzest und Missbrauch beleuchtet.
Nachteile:Das Buch wird oft als verstörend und schwer verdaulich beschrieben, einige Abschnitte lesen sich eher wie Pornografie als wie ernsthafte Memoiren. Mehrere Rezensenten waren der Meinung, dass es dem Buch an emotionaler Tiefe mangelt und sie sich leer oder unbefriedigt fühlen. Kritiker stellten auch die Authentizität und den Zweck des Buches in Frage und meinten, dass die Schilderung des Traumas eher zu einer Sensation werden könnte, als dass sie eine konstruktive Perspektive auf die Genesung bietet.
(basierend auf 105 Leserbewertungen)
The Incest Diary
"In den Märchen über den Inzest zwischen Vater und Tochter - 'Das Mädchen ohne Hände', 'Tausend Pelze', das ursprüngliche 'Aschenputtel', 'Eselshaut' und die Geschichten der Heiligen Dymphna, der Schutzpatronin der Überlebenden des Inzests - sind die Töchter so, wie man es von ihnen erwarten würde: entsetzt über die sexuellen Annäherungsversuche ihres Vaters. Sie tun alles, was in ihrer Macht steht, um zu entkommen. Aber das habe ich nicht. Ein Kind kann nicht fliehen. Und später, als ich es konnte, war es zu spät.".
Während ihrer gesamten Kindheit und Jugend wurde die anonyme Autorin des Inzesttagebuchs von ihrem Vater vergewaltigt. Unter der Fassade eines normalen Familienlebens wuchs sie in und um dieses allumfassende Geheimnis herum auf. Ihre sexuelle Beziehung zu ihrem Vater dauerte, mit Unterbrechungen, bis in ihre Zwanziger hinein. Sie prägte ihre Welt, ihre tiefsten Ängste und Sehnsüchte. Selbst nachdem sie sich davon gelöst hatte - selbst als sie zu einer unabhängigen und abenteuerlustigen jungen Frau heranwuchs - suchte sie weiterhin nach neuen Versionen der Gewalt, der Unterwerfung und der Geheimhaltung, die sie mühsam hinter sich gelassen hatte.
In diesen anschaulichen und erschütternden Memoiren lässt die Autorin ihre frühen Traumata und deren Nachwirkungen Revue passieren - nicht aus klinischer Distanz, sondern aus tiefem Inneren - um zu erkunden, wie der Missbrauch durch ihren Vater sie geprägt hat und immer noch prägt. Um psychisch zu überleben, wurde sie sowohl zum Sexualobjekt als auch zur distanzierten Beobachterin, zur pflichtbewussten Tochter und zur Beschützerin eines schmutzigen Geheimnisses. Und dann, Jahre später, zwang sie sich, es aufzuschreiben.
Mit lyrischer Prägnanz, in Vignetten von fast unerträglicher Intensität, erzählt diese Autorin eine Geschichte, die schockierend ist, aber auch vielen anderen Überlebenden von Missbrauch bekannt vorkommen wird. Noch nie wurde sie so direkt auf der Seite konfrontiert.