Bewertung:

Das Buch stellt eine fesselnde Erzählung über John Marshall und seine Rolle in der Justiz in einer politisch aufgeladenen Zeit dar und kontrastiert sie mit Kritiken an ihrer Originalität und ihrem Wert.
Vorteile:Die Geschichte wird als fesselnd beschrieben und bietet einen spannenden Bericht über Kämpfe im Gerichtssaal und die Rechtsstaatlichkeit. Der Autor hebt die historische Bedeutung von John Marshalls Beitrag zur Justiz gekonnt hervor.
Nachteile:Einige Leser sind der Meinung, dass es dem Buch an Originalität mangelt. Sie argumentieren, dass es keine neuen Erkenntnisse präsentiert und bekannte Informationen wiederholt, was zu einem Gefühl der Enttäuschung und Geldverschwendung führt.
(basierend auf 2 Leserbewertungen)
The Treason Trials of Aaron Burr
Aaron Burr war schon zu seiner Zeit ein Rätsel. Als Gründungsvater und Vizepräsident lieferte er sich ein Duell mit Alexander Hamilton, das zu einer Mordanklage führte, die seine juristische Karriere beendete. Als er sich dann auch noch unternehmerischen Aktivitäten an der Grenze zuwandte, wurde er verdächtigt, ein Imperium aufzubauen - und Schlimmeres.
Burr wurde schließlich als Bedrohung der nationalen Sicherheit verhaftet, weil er im Verdacht stand, einen Aufstand gegen die junge Republik angezettelt zu haben, und monatelang ohne Kaution festgehalten. Sein Prozess, in dem sich Parteipolitik und persönliche Animositäten unglücklicherweise in das Gerichtsverfahren einschlichen, drehte sich um eine höchst umstrittene Debatte über die verfassungsrechtliche Bedeutung von Hochverrat.
In dem ersten Buch, das diesem wichtigen Fall gewidmet ist, enthüllt Peter Charles Hoffer eine Reihe von Personen, die auf höchster Regierungsebene in die Fänge von Politik und Recht geraten sind, darunter Präsident Thomas Jefferson - einer von Burrs erbittertsten Feinden - und Oberster Richter John Marshall, der weder Burr noch Jefferson mochte. Hoffer erzählt, wie Jeffersons Ankläger argumentierten, dass die bloße Erörterung einer offenen Kriegshandlung - die Definition von Hochverrat in der Verfassung - gleichbedeutend mit der Begehung dieser Handlung sei. Marshall entschied jedoch, dass ohne den offenen Akt keine verräterische Handlung stattgefunden habe und weder die Diskussion noch die Verschwörung strafrechtlich verfolgt werden könnten. Spätere Versuche, Burr wegen Verstößen gegen das Neutralitätsgesetz zu verurteilen, scheiterten ebenfalls.
Hoffers Erzählung ist ein faszinierender Ausflug in die frühe amerikanische Vergangenheit und macht deutlich, warum das Urteil des Obersten Gerichtshofs so grundlegend war, dass es 383 Mal als Präzedenzfall zitiert wurde. Auf seinem Weg entschlüsselt Hoffer fachkundig die wichtigsten Themen der Geschichte: Versuche, Verrat in Krisenzeiten neu zu definieren, Bemühungen, das Gesetz für politische Ziele zurechtzubiegen, die Zulässigkeit von Beweisen, die Anfälligkeit des Habeas Corpus und die Reichweite des Exekutivprivilegs. Außerdem schlägt er eine originelle und provokante Erklärung für Burrs bizarres Verhalten vor, die Historikern neue Denkanstöße liefern wird.
Hoffers sehr lesenswerte Studie, die Politik und Recht geschickt miteinander verknüpft, hat einen starken Bezug zu aktuellen Ereignissen und zeigt uns, warum die vor zwei Jahrhunderten diskutierten Themen auch heute noch von Bedeutung sind.