Bewertung:

Das Buch ist eine Biografie der Präsidentschaft von William Howard Taft, die einen umfassenden Überblick über seine Amtszeit gibt. Es beleuchtet seine Beziehung zu Theodore Roosevelt und die politische Dynamik im Amerika des frühen 20. Jahrhunderts. Kritiker bemängeln, dass Tafts Leben nur unzureichend dargestellt wird, so dass sich das Buch in erster Linie auf seine Präsidentschaft konzentriert, was einige als langweilig empfanden, während andere den informativen Inhalt schätzten.
Vorteile:⬤ Gut geschrieben und leicht zu lesen, mit einer klaren Struktur.
⬤ Enthält eine umfassende Darstellung von Tafts Präsidentschaft, einschließlich seiner politischen Kämpfe und Erfolge.
⬤ Hebt wichtige Ereignisse wie die Wahlen von 1912 und die Spaltung der Republikanischen Partei hervor.
⬤ Bietet eine ausgewogene Sicht auf Tafts Charakter und sein Vermächtnis.
⬤ Konzentriert sich hauptsächlich auf Tafts Präsidentschaft, mit begrenzten Informationen über sein Leben davor und danach.
⬤ Kann langweilig und ermüdend sein, es fehlt an Spannung und Dramatik in der Erzählung.
⬤ Einige Leser empfanden es als repetitiv und bemängelten einen Mangel an tiefgreifendem Kontext über das Amerika des frühen 19.
⬤ Kritik an der Fairness der zitierten Quellen und dem Fehlen konkreter Beweise für bestimmte Behauptungen.
(basierend auf 16 Leserbewertungen)
The William Howard Taft Presidency
William Howard Taft, der einzige Präsident, der später als Oberster Richter der Vereinigten Staaten fungierte, bemerkte in den 1920er Jahren: "Ich erinnere mich nicht daran, dass ich jemals Präsident war. Historiker haben dem zugestimmt, und Taft wird in der Regel, wenn überhaupt über ihn geschrieben wird, nur als gescheiterter Regierungschef dargestellt. In dieser provokativen neuen Studie, der ersten Abhandlung über die Präsidentschaft Tafts seit vier Jahrzehnten, präsentiert Lewis L. Gould eine überzeugende Bewertung von Tafts Erfolgen und Rückschlägen im Amt. Reich an menschlichem Interesse und einer frischen Analyse der Ereignisse von Tafts vier Jahren in Washington, zeigt Goulds Buch, warum Tafts Präsidentschaft es wert ist, dass man sich an sie erinnert.
Gould argumentiert, dass Taft Präsident werden wollte und ein ehrgeiziges Programm hatte, als er im März 1909 die Macht übernahm. Da er seine Aufgaben eher als Richter denn als charismatische Führungskraft nach dem Vorbild von Theodore Roosevelt wahrnahm, geriet er bald aus dem Takt mit der öffentlichen Meinung. Gould zeigt, wie der Payne-Aldrich-Tarif und die Ballinger-Pinchot-Kontroverse Tafts politisches Kapital verspielten und den Boden für die Siege der Demokraten bei den Wahlen von 1910 und 1912 bereiteten. Seine nahtlose Erzählung bietet innovative Behandlungen dieser entscheidenden Episoden, die Tafts Präsidentschaft verständlicher machen als in jeder anderen Darstellung zuvor. Bei der kanadischen Gegenseitigkeit, der Dollar-Diplomatie und der internationalen Schiedsgerichtsbarkeit geht Goulds gut recherchierte Arbeit über frühere, abgestandene Klischees über Tafts Regierung hinaus und stellt eine Verbindung zwischen seiner Amtszeit und der Entwicklung der modernen Präsidentschaft her. Taft entpuppt sich als hart arbeitende, aber fehlerhafte Führungskraft, der die Begeisterung von Theodore Roosevelt oder die Inspiration von Woodrow Wilson fehlte.
Der Bruch mit Theodore Roosevelt im Jahr 1912 wurde der Taft-Präsidentschaft zum Verhängnis, und Gould liefert eine unparteiische Analyse der Erosion ihrer einst herzlichen Freundschaft. Im Grunde stritten sich die beiden Männer über das Wesen der präsidialen Macht, und Gould zeichnet einfühlsam nach, wie dieser persönliche und ideologische Bruch die Zukunft der Republikanischen Partei und den Verlauf der amerikanischen Politik beeinflusste. In Goulds geschickten Händen wird diese vernachlässigte Präsidentschaft wieder lebendig. Als Taft 1913 das Weiße Haus verließ, schrieb er, dass "das Volk der Vereinigten Staaten mir keine weitere Wahl schulde". Was seine Präsidentschaft verdiente, ist die lebendige und kluge Bewertung seiner Amtszeit in diesem hervorragenden Buch.