Bewertung:

Das Buch „William Howard Taft: The Missing Years“ befasst sich mit der weniger bekannten Periode in Tafts Leben von 1912 bis 1921 und beleuchtet seinen Übergang vom Präsidenten zum Obersten Richter. Sie beleuchtet sein aktives Engagement für verschiedene politische und soziale Belange nach seiner Präsidentschaft, den historischen Kontext dieser Zeit und die Komplexität seiner Beziehung zu Zeitgenossen wie Woodrow Wilson.
Vorteile:⬤ Gut recherchiert und informativ
⬤ bietet eine einzigartige Perspektive auf Tafts Aktivitäten nach der Präsidentschaft
⬤ liefert einen reichhaltigen historischen Kontext
⬤ geschrieben von einem sachkundigen Autor
⬤ füllt eine Lücke im Verständnis von Tafts Leben und seinen Beiträgen.
⬤ Richtet sich vor allem an Nischenleser, die sich für Taft interessieren
⬤ manche finden, dass es an Spannung mangelt
⬤ Skepsis gegenüber den Interpretationen bestimmter politischer Dynamiken
⬤ kein außergewöhnliches Werk, eher eine nützliche Ergänzung.
(basierend auf 5 Leserbewertungen)
Chief Executive to Chief Justice: Taft Betwixt the White House and Supreme Court
Als unser 27. Präsident von 1909 bis 1913 und dann als Oberster Richter des Obersten Gerichtshofs von 1921 bis 1930 war William Howard Taft der einzige Mann, der jemals zwei der drei Regierungszweige Amerikas leitete. Doch zwischen diesen beiden gut dokumentierten Amtszeiten liegt ein achtjähriger Fleck weitgehend unerforschter politischer Wildnis. Schließlich gelang es Taft in dieser Zeit, seine schmachvolle Niederlage gegen Woodrow Wilson und Theodore Roosevelt bei den Wahlen von 1912 wettzumachen und sein lebenslanges Ziel, Oberster Richter zu werden, zu verwirklichen. In der ersten eingehenden Betrachtung dieser Periode in Tafts einzigartiger Karriere enthüllt der bedeutende Präsidentschaftshistoriker Lewis L. Gould, wie ein Mann, der oft für seinen Mangel an politischem Scharfsinn verspottet wurde, seinen Weg durch die Gefahren der republikanischen Angelegenheiten fand, um sein Ziel zu erreichen.
In den Jahren zwischen der Präsidentschaft und dem Obersten Gerichtshof war Taft, wie ein Kommentator bemerkte, �der größte Globetrotter der Menschheit. Gould verfolgt ihn auf seiner Reise durch das Land von 1913 bis zum Sommer 1921. Der unverbesserliche Reisende erfindet sich als älterer republikanischer Staatsmann ohne sichtbare politische Ambitionen, die über das Informieren und Dienen der Öffentlichkeit hinausgehen. Taft arbeitete jedoch auf lange Sicht, diente im National War Labor Board, kämpfte für den Völkerbund, lehrte Recht und Verfassungsgeschichte in Yale und machte seine Differenzen mit Roosevelt wieder gut, während er gleichzeitig mit der Antipathie der Republikanischen Partei und seiner eigenen intensiven Abneigung gegen Woodrow Wilson zurechtkam, dessen Kriegspolitik und Kampf für den Völkerbund er unbedingt unterstützen musste. Sein juristischer Ehrgeiz prägte sein Handeln mit überraschender Geschicklichkeit.
Dieser Bericht über Tafts Weg vom Weißen Haus zum Obersten Gerichtshof füllt eine große Lücke in unserem Verständnis eines wichtigen amerikanischen Politikers und Juristen. Sie offenbart auch, wie verwickelt und kompliziert die öffentlichen Angelegenheiten in der Zeit des Ersten Weltkriegs und seiner Nachwehen geworden waren, einer Zeit, in der William Howard Taft als scharfsinniger Kommentator der politischen Szene, als einfallsreicher Praktiker der Parteipolitik und als ein Mann mit ausgeprägtem Ehrgeiz ein bedeutendes und dauerhaftes Zeichen setzte.