Bewertung:

Das Buch bietet eine kritische Analyse des DSM und seiner Rolle als soziales und politisches Instrument zum Verständnis der psychischen Gesundheit. Es ist auch für Laien verständlich und beleuchtet Themen wie die Beschreibung von Symptomen gegenüber den zugrunde liegenden Ursachen und finanzielle Interessenkonflikte bei der Behandlung psychischer Erkrankungen.
Vorteile:Von den Lesern sehr empfohlen, schön und intelligent geschrieben, bietet eine klare Darstellung der Geschichte des DSM, ist für Laien verständlich und regt zum kritischen Denken über Psychologie und Psychiatrie an.
Nachteile:Einige Leser finden den Inhalt etwas deprimierend; er stellt etablierte Vorstellungen von psychischer Gesundheit in Frage und kann Annahmen über die sachlichen Grundlagen der Psychologie erschüttern.
(basierend auf 4 Leserbewertungen)
Dsm: A History of Psychiatry's Bible
Die erste umfassende Geschichte der "Bibel der Psychiatrie" - des Diagnostic and Statistical Manual of Mental Disorders (DSM).
In den letzten siebzig Jahren hat sich das Diagnostische und Statistische Handbuch Psychischer Störungen (DSM) von einem nahezu unbekannten und wenig genutzten Pamphlet zu einem imposanten und umfassenden Kompendium psychischer Störungen entwickelt. Die fast 300 darin enthaltenen Krankheitsbilder sind zu Prüfsteinen für die Diagnosen geworden, die Patienten erhalten, die Studenten gelehrt werden, die Forscher untersuchen, die Versicherer erstatten und die Arzneimittelhersteller bewerben. Obwohl das Handbuch als maßgeblicher Korpus psychiatrischen Wissens dargestellt wird, ist es ein Produkt heftiger politischer Konflikte, Meinungsverschiedenheiten und Fraktionskämpfe. Das Handbuch ist das Ergebnis von Kämpfen zwischen psychiatrischen Forschern und Klinikern, verschiedenen psychiatrischen Berufen und einer Vielzahl von Patienten-, Familien-, Feministen-, Homosexuellen- und Veteraneninteressengruppen. Das DSM ist im Wesentlichen ein soziales Dokument, das die beruflichen, wirtschaftlichen und kulturellen Kräfte, die mit seiner Verwendung verbunden sind, sowohl widerspiegelt als auch prägt.
In DSM untersucht Allan V. Horwitz, wie das Handbuch, das umgangssprachlich als "Bibel der Psychiatrie" bezeichnet wird, seit seiner ursprünglichen Veröffentlichung im Jahr 1952 im Zentrum des Denkens über psychische Gesundheit in den Vereinigten Staaten stand. Als erstes Buch, das die gesamte Geschichte des DSM untersucht, stützt sich dieser Band sowohl auf Archivquellen als auch auf die Literatur zur modernen Psychiatrie, um zu zeigen, dass die Geschichte des DSM eher eine Geschichte der wachsenden gesellschaftlichen Bedeutung psychiatrischer Diagnosen als des zunehmenden Wissens über die Natur psychischer Störungen ist. Trotz der Versuche, es zu ersetzen, argumentiert Horwitz, dass das DSM fortbesteht, weil seine diagnostischen Entitäten eng mit zu vielen Interessen verwoben sind, die von ihnen profitieren.
Diese umfassende Abhandlung dürfte nicht nur Fachleute ansprechen, sondern auch jeden, der sich dafür interessiert, wie sich die Diagnosen psychischer Erkrankungen in den letzten sieben Jahrzehnten entwickelt haben - von unerwünschten und oft aufgezwungenen Etiketten zu Ressourcen, die zu geschätzten psychiatrischen Behandlungen und sozialen Diensten führen.