
Global Economic Prospects, June 2023
Das weltweite Wachstum dürfte sich in der zweiten Hälfte dieses Jahres deutlich verlangsamen und 2024 weiter abnehmen. Der Inflationsdruck hält an, und die straffe Geldpolitik dürfte die Konjunktur erheblich belasten.
Die Möglichkeit weit verbreiteter Bankenturbulenzen und einer strafferen Geldpolitik könnte zu einem noch schwächeren globalen Wachstum führen. Steigende Kreditkosten in den fortgeschrittenen Volkswirtschaften könnten zu finanziellen Verwerfungen in den anfälligeren Schwellen- und Entwicklungsländern (EMDEs) führen. Vor allem in Ländern mit niedrigem Einkommen ist die Haushaltslage zunehmend prekär.
Umfassende politische Maßnahmen sind auf globaler und nationaler Ebene erforderlich, um die makroökonomische und finanzielle Stabilität zu fördern. In vielen aufstrebenden Volkswirtschaften und insbesondere in Ländern mit niedrigem Einkommen erfordert die Stärkung der fiskalischen Nachhaltigkeit höhere Einnahmen, eine effizientere Ausgabenpolitik und ein besseres Schuldenmanagement.
Eine kontinuierliche internationale Zusammenarbeit ist auch notwendig, um den Klimawandel zu bekämpfen, die von Krisen und Hunger betroffene Bevölkerung zu unterstützen und bei Bedarf einen Schuldenerlass zu gewähren. Längerfristig erfordert die Umkehrung des prognostizierten Rückgangs des Potenzialwachstums in den Schwellenländern Reformen zur Förderung des Sach- und Humankapitals und des Wachstums des Arbeitskräfteangebots.