Bewertung:

Das Buch „Stuart Gordon: Interviews“ von Michael Doyle ist die erste umfassende Sammlung, die dem Leben und Werk des Filmemachers Stuart Gordon gewidmet ist. Es enthält Interviews aus fünfzig Jahren, die Gordons Vielseitigkeit und Leidenschaft für den Film zeigen und es zu einer bedeutenden Hommage für Fans des Genrekinos machen.
Vorteile:Das Buch bietet eine umfangreiche Sammlung von aufschlussreichen Interviews aus verschiedenen prominenten Publikationen. Es hebt Gordons beeindruckendes Werk und seine Beiträge zum Genrekino hervor, die seine Intelligenz und Kreativität widerspiegeln. Die detaillierte Erforschung seines Lebens und seiner Karriere sowie die Beiträge angesehener Autoren machen das Buch zu einer spannenden Lektüre für Filmfans.
Nachteile:Einige Leser werden vielleicht feststellen, dass der Schwerpunkt auf Interviews nicht genug Erzählung oder Analyse für diejenigen bietet, die eine traditionellere Biographie suchen.
(basierend auf 2 Leserbewertungen)
Die teuflisch intelligenten Werke von Stuart Gordon (1947-2020) sind von einem einzigartig subversiven Geist beseelt und zeichnen sich durch ihre unverfrorene Kühnheit und ihren bissigen Witz aus. Provokative Perlen wie Re-Animator, From Beyond, Dolls, The Pit and the Pendulum und Dagon festigten seinen furchteinflößenden Ruf als einer der Meister des zeitgenössischen Horrorfilms und brachten eine ungewohnte Schärfe, politische Komplexität und kritischen Respekt in ein Genre, dem diese Tugenden so oft fehlten.
Als vielseitiger Filmemacher, der sich entschieden weigerte, mit dem Alter mürbe zu werden, erwies sich Gordon als gleichermaßen versiert in der Herstellung pointierter Science-Fiction (Robot Jox, Fortress, Space Truckers), süßlich-temperierter Fantasy (The Wonderful Ice Cream Suit) und nihilistischer Thriller (King of the Ants, Edmond, Stuck), wobei er die scharf gezogenen Grenzen zwischen Exploitation und Arthouse-Kino gewöhnlich verwischte. Stuart Gordon: Interviews ist die erste Sammlung von Interviews, die jemals über den Regisseur veröffentlicht wurde, und enthält sechsunddreißig Artikel aus einem Zeitraum von fünfzig Jahren. Diese freimütigen Gespräche, die reich an Anekdoten und Informationen sind, zeichnen den Verlauf einer faszinierenden Karriere nach - einer Karriere, die von Anfang an für Kontroversen sorgte.
Zu den Themen, die Gordon erörtert, gehören seine Jugend und seine frühen Einflüsse, die Gründung des legendären Organic Theatre in Chicago (wo er mit Größen wie Ray Bradbury, Kurt Vonnegut und David Mamet zusammenarbeitete) und sein Übergang zum Filmemachen, wo er ein Werk schuf, das einigen kränkelnden Grundpfeilern des amerikanischen Kinos neues Leben einhauchte. Er verrät auch Einzelheiten über seine Arbeitsmethoden, seine beständigen Beziehungen zu häufigen Mitarbeitern, seine große Liebe zu den Werken von Lovecraft und Poe und darüber, wie sich Horrorgeschichten als soziopolitische Kommentare tarnen können.