Bewertung:

Das Buch „Stuart Gordon: Interviews“ von Michael Doyle bietet einen umfassenden Einblick in das Leben und das Werk des verstorbenen Filmemachers Stuart Gordon, einschließlich aufschlussreicher Interviews, die seine Kreativität und Vielseitigkeit im Genre Kino zeigen.
Vorteile:Das Buch ist das erste, das sich ganz auf Stuart Gordon konzentriert und enthält 36 Artikel und ausführliche Interviews aus wichtigen Publikationen. Es beleuchtet Gordons umfangreiche Filmografie, darunter seine bemerkenswerten Verfilmungen von H.P. Lovecraft und Edgar Allan Poe. Viele Rezensionen loben die Ausführlichkeit und den fesselnden Charakter des Buches, was es zu einer Pflichtlektüre für Filmfans macht.
Nachteile:In den Rezensionen werden keine spezifischen Nachteile genannt, aber man könnte vermuten, dass das Buch, weil es sich auf einen Nischenfilmemacher konzentriert, Leser, die keine Fans des Horror- oder Genrekinos sind, nicht ansprechen könnte.
(basierend auf 2 Leserbewertungen)
Die teuflisch intelligenten Werke von Stuart Gordon (1947-2020) sind von einem einzigartig subversiven Geist beseelt und zeichnen sich durch ihre unverfrorene Kühnheit und ihren bissigen Witz aus. Provokative Perlen wie Re-Animator, From Beyond, Dolls, The Pit and the Pendulum und Dagon festigten seinen furchteinflößenden Ruf als einer der Meister des zeitgenössischen Horrorfilms und brachten eine ungewohnte Schärfe, politische Komplexität und kritischen Respekt in ein Genre, dem diese Tugenden so oft fehlten.
Als vielseitiger Filmemacher, der sich entschieden weigerte, mit dem Alter mürbe zu werden, erwies sich Gordon als gleichermaßen versiert in der Herstellung pointierter Science-Fiction (Robot Jox, Fortress, Space Truckers), süßlich-temperierter Fantasy (The Wonderful Ice Cream Suit) und nihilistischer Thriller (King of the Ants, Edmond, Stuck), wobei er die scharf gezogenen Grenzen zwischen Exploitation und Arthouse-Kino gewöhnlich verwischte. Stuart Gordon: Interviews ist die erste Sammlung von Interviews, die jemals über den Regisseur veröffentlicht wurde, und enthält sechsunddreißig Artikel aus einem Zeitraum von fünfzig Jahren. Diese freimütigen Gespräche, die reich an Anekdoten und Informationen sind, zeichnen den Verlauf einer faszinierenden Karriere nach - einer Karriere, die von Anfang an für Kontroversen sorgte.
Zu den Themen, die Gordon erörtert, gehören seine Jugend und seine frühen Einflüsse, die Gründung des legendären Organic Theatre in Chicago (wo er mit Größen wie Ray Bradbury, Kurt Vonnegut und David Mamet zusammenarbeitete) und sein Übergang zum Filmemachen, wo er ein Werk schuf, das einigen kränkelnden Grundpfeilern des amerikanischen Kinos neues Leben einhauchte. Er verrät auch Einzelheiten über seine Arbeitsmethoden, seine beständigen Beziehungen zu häufigen Mitarbeitern, seine große Liebe zu den Werken von Lovecraft und Poe und darüber, wie sich Horrorgeschichten als soziopolitische Kommentare tarnen können.