Bewertung:

Das Buch bietet eine gründliche und detaillierte Untersuchung der Zen-Rituale im Zen-Buddhismus, wobei praktische Anwendungen und der historische Kontext hervorgehoben werden. Es besteht aus verschiedenen wissenschaftlichen Artikeln, die sich mit häufigen Missverständnissen in westlichen Darstellungen des Zen befassen, wobei der Schwerpunkt auf der tatsächlichen Praxis in Japan liegt.
Vorteile:Das Buch wird für seine gründliche Analyse der Zen-Rituale, die Klarheit seines akademischen Tons und seine Zugänglichkeit sowohl für Neueinsteiger als auch für erfahrene Leser gelobt. Viele Rezensenten schätzen die frische Perspektive, die falsche Vorstellungen über die Praktiken des Zen korrigiert. Die Aufsatzsammlung wird dafür gewürdigt, dass sie den krassen Gegensatz zwischen den westlichen Idealisierungen des Zen und seiner historischen Realität aufzeigt, was sie zu einer wertvollen Quelle für alle macht, die an einem tieferen Verständnis des Zen-Buddhismus interessiert sind.
Nachteile:Einige Leser könnten den Inhalt des Buches als ernüchternd empfinden, da er romantisierte Ansichten über Zen in Frage stellt und Ungereimtheiten in traditionellen Erzählungen aufdeckt. Einige Rezensenten merkten zudem an, dass bestimmte tiefgreifende Analysen für völlige Neulinge auf diesem Gebiet überwältigend sein könnten.
(basierend auf 4 Leserbewertungen)
Zen Ritual: Studies of Zen Buddhist Theory in Practice
Als vor etwas mehr als einem halben Jahrhundert die ersten Bücher über den Zen-Buddhismus in westlichen Sprachen erschienen, gab es keinerlei Interesse an der Rolle des Rituals im Zen. Was das Interesse der westlichen Leser weckte, war die Ablehnung des Rituals im Zen. Die berühmten "Beat-Zen"-Autoren waren begeistert von der Betonung der Spontaneität im Zen im Gegensatz zu geplanten, sich wiederholenden Handlungen und schrieben inspirierend über den entmythologisierten, anti-ritualisierten Geist des Zen. Zitate der großen Zen-Meister untermauerten dieses Verständnis von Zen und führten zu der Begeisterung, die die Eröffnung von Zen-Zentren im ganzen Westen vorantrieb.
Als westliche Praktizierende in diesen Zentren begannen, Zen ernsthaft zu praktizieren, entdeckten sie jedoch, dass Zazen - die Zen-Meditation - eine ritualisierte Praxis ist, die von jahrhundertealten rituellen Praktiken Ostasiens getragen wird. Obwohl sie anfangs in Spannung zum populären anti-rituellen Bild der alten Zen-Meister standen, wuchs das Interesse am Zen-Ritual mit dem Bewusstsein seiner grundlegenden Rolle im Geist des Zen. Schließlich entwickelten Zen-Praktizierende die Idee des no-mind, des offenen und erwachten Geistes, in dem tief verwurzelte Denkgewohnheiten empfänglicheren, direkteren Formen der Erfahrung Platz machen. Diese Vorstellung bietet eine Perspektive, aus der heraus das Ritual als Mittel des spirituellen Erwachens enormen Respekt gewinnen könnte.
Dieser Band enthält 9 Artikel prominenter Gelehrter zu einer Vielzahl von Themen, darunter die Zen-Rituale Kinhin und Zazen, und behandelt Rituale von der frühen Chan-Zeit bis zum modernen Japan. Jedes Kapitel befasst sich mit den wichtigsten Entwicklungen in den Linji/Rinzai- und Caodon/Soto-Schulen Chinas und Japans und beschreibt, wie die Zen-Rituale das Leben und den Charakter der Praktizierenden prägen und sie im Einklang mit dem Ideal des Zen-Erwachens gestalten. Dieser Band ist ein wichtiger Schritt, um diese Praktiken in eine größere historische und analytische Perspektive zu stellen.