
Experiencing the Shepherd of Hermas
Der Hirte des Hermas ist eines der ältesten und am besten bezeugten christlichen Werke. Seine Popularität war wohl größer als die der kanonischen Evangelien.
Viele frühchristliche Denker betrachteten den Hirten als maßgebend und zitierten ihn in ihren eigenen Schriften, auch wenn sein Status als Schrift umstritten war. Der weitreichende Einfluss des Hirtenbriefs in den ersten Jahrhunderten wird zum Teil durch die vielen Sprachen bezeugt, in die er kopiert wurde: Latein, Äthiopisch, Koptisch, Mittelpersisch und Georgisch. Die frühe Datierung und die weite Verbreitung des Hirten des Hermas bieten uns Zugang zu einer Zeit, in der die Grenzen des Kanons elastisch waren.
Dieser Band behandelt die religiöse Erfahrung des Hirten, ein Thema, das bisher von der Wissenschaft wenig beachtet wurde. Er ergänzt die wachsende Literatur, die den Text aus sozialgeschichtlicher Perspektive erforscht.
Führende Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler nähern sich dem Text aus verschiedenen interdisziplinären Perspektiven, darunter kritische Literaturtheorie, Anthropologie, Kognitionswissenschaft, Affekttheorie, Gender Studies, Intersektionalität und Textrezeption. Auf diese Weise stellen sie neue Fragen an einen der meistgelesenen Texte der frühen Kirche und bieten Wissenschaftlern und Studenten gleichermaßen neue Einsichten.