Bewertung:

Das Buch „Anthroposophie; ein Fragment“ von Rudolf Steiner ist ein anspruchsvoller, aber lohnender Text, der sich mit der phänomenologischen Forschung befasst und sich insbesondere auf das Konzept der 10 Sinne konzentriert. Es zeichnet sich durch die klare Erkundung dieser Modalitäten aus, auch wenn der Schreibstil Schwierigkeiten bereitet, da Steiner um eine angemessene Sprache ringt.
Vorteile:Eine gut artikulierte Erkundung der 10 Sinne, die sich für ein sorgfältiges Studium lohnt, bedeutende Einführungen, die das Verständnis verbessern, und eine einzigartige individuelle Perspektive auf die phänomenologische Forschung.
Nachteile:Das Buch gilt aufgrund seines kämpferischen Stils als schwer lesbar und bleibt unvollendet, was für die Leser eine Herausforderung darstellen kann.
(basierend auf 1 Leserbewertungen)
Anthroposophy (a Fragment): A New Foundation for the Study of Human Nature (Cw 45)
Dieser Text, der eine neue Methodik für das Studium der menschlichen Natur umreißt, stammt aus dem Jahr 1910 und wurde nach Rudolf Steiners Tod unter seinen unveröffentlichten Schriften gefunden. Steiner hatte das gleiche Thema schon früher in Vorträgen behandelt.
Als er um eine schriftliche Fassung gebeten wurde, versuchte er, das Gesagte niederzuschreiben, was ihm jedoch nicht gelang - die Sprache wollte die Worte nicht ganz hergeben. Dennoch bleibt das, was er niederschreiben konnte, eine große intellektuelle und spirituelle Errungenschaft des zwanzigsten Jahrhunderts. Steiner stellt die Anthroposophie, die zwischen der Anthropologie und der Theosophie liegt, als eine Form des Studiums des Menschen dar.
Während die Anthropologie den Menschen auf der Grundlage der Sinne studiert - d. h. durch Beobachtung innerhalb der Grenzen der wissenschaftlichen Methode -, erkennt die Philosophie den Menschen als geistiges Wesen auf der Grundlage innerer Erfahrung an und versucht zu verstehen, was es bedeutet, in einer geistigen Welt Mensch zu sein.
Zwischen diesen beiden Ansätzen - im Wesentlichen denen der Wissenschaft und der Religion - liegt die Anthroposophie, die den Menschen so zu studieren sucht, wie er sich der physischen Beobachtung stellt, und gleichzeitig versucht, durch einen Prozess der phänomenologischen Vertiefung Hinweise auf die geistigen Grundlagen der Phänomene zu gewinnen. Die Ergebnisse einer solchen phänomenologischen Vertiefung sind, auch wenn sie nur bruchstückhaft und unvollständig sind, von enormer Bedeutung. Sie stellen die ersten Schritte zu einer wahrhaft kognitiven Psychologie dar, die den Reichtum des phänomenologischen Ansatzes für den Menschen als Sinnesorganismus aufzeigt.
Davon ausgehend entfaltet Steiner die sieben Lebensprozesse, das Wesen der Ich-Erfahrung, die Bedeutung der menschlichen Gestalt und ihre komplexe Beziehung zu höheren geistigen Welten. Dies ist ein Schlüsselwerk, dessen Zeit wirklich gekommen ist.