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Anthroposophy and the Natural Sciences: Foundations and Methods (Cw 75)
Über den Autor
Rudolf Steiner (1861-1925) wurde in dem kleinen Dorf Kraljevec in Österreich-Ungarn (heute in Kroatien) geboren, wo er auch aufwuchs. Als junger Mann lebte er in Weimar und Berlin, wo er als wissenschaftlicher, literarischer und philosophischer Gelehrter viel publizierte und vor allem für seine Arbeit mit Goethes wissenschaftlichen Schriften bekannt wurde. Zu Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts begann er, seine frühen philosophischen Prinzipien zu einem Ansatz für die systematische Erforschung psychologischer und spiritueller Phänomene zu entwickeln. Steiner begann seine Karriere als spiritueller Lehrer unter der Schirmherrschaft der Theosophischen Gesellschaft und verwendete den Begriff Anthroposophie (und Geisteswissenschaft) für seine Philosophie, spirituelle Forschung und seine Erkenntnisse. Der Einfluss von Steiners vielseitigem Genie hat zu innovativen und ganzheitlichen Ansätzen in der Medizin, verschiedenen Therapien, der Philosophie, der religiösen Erneuerung, der Waldorfpädagogik, der Sonderpädagogik, der dreigliedrigen Wirtschaftslehre, der biodynamischen Landwirtschaft, der goetheanischen Wissenschaft, der Architektur und der Schauspiel-, Sprech- und Eurythmiekunst geführt. 1924 gründete Rudolf Steiner die Allgemeine Anthroposophische Gesellschaft, die heute Zweigstellen in der ganzen Welt hat. Er starb in Dornach, Schweiz.
Dr. Wolfgang Zumdick ist ein internationaler Autor, Philosoph, Kurator und Spezialist für Soziale Plastik und das Werk von Joseph Beuys. Er war Stipendiat der Stiftung Laurenz Haus in Basel und hat mehrere Ausstellungen zu Joseph Beuys und Sozialer Plastik kuratiert. Er ist Autor zahlreicher Publikationen zur Geschichte der Philosophie und zur Kunst und Philosophie des 20. Jahrhunderts, mit einem Schwerpunkt auf Joseph Beuys und der Philosophie der Imagination. Von 2008 bis 2019 lehrte er an der Oxford Brookes University in Oxford und war Gastdozent an zahlreichen Universitäten weltweit.
5 öffentliche Vorträge und ein Diskussionsabend, verschiedene Städte,
17. Juni 1920 - 11. Mai 1922 (CW 75)
Dieser bisher unübersetzte Band der Gesammelten Werke Rudolf Steiners zeigt, wie Rudolf Steiner in den frühen 1920er Jahren einem mehr oder weniger skeptischen akademischen Publikum die Schlüsselbegriffe und Methoden der Geisteswissenschaft vorstellt. Schritt für Schritt stellte er seinen Zuhörern die Grundlagen des anthroposophischen Erkenntnisweges vor. Dabei ging es Steiner weniger darum, Ergebnisse seiner geisteswissenschaftlichen Forschung zu präsentieren, sondern sein akademisches Publikum auf propädeutische, begrifflich transparente Weise zu einem objektiven Verständnis der Geisteswissenschaft zu führen. Die zentralen Fragen seines Ansatzes lauteten: Welches sind die Werkzeuge und Instrumente, um sich in der Welt der Seele und des Geistes zu orientieren?
Wie können wir wissen, dass die geistige Welt eine objektive Welt und nicht nur eine psychische Projektion ist?
Was ermächtigt den Geistesforscher, das, was er „jenseits“ erlebt hat, als eine von ihm unabhängige Wirklichkeit anzuerkennen?
Rudolf Steiner geht auf diese und andere Fragen so strukturiert und leicht verständlich ein, dass sich der Band als Ganzes sowohl als Einführungstext als auch zur Vertiefung des Verständnisses der Anthroposophie in Bezug auf die Naturwissenschaften und deren Aufbau eignet.
Zu der Zeit, als diese Vorträge gehalten wurden, wurden ernsthafte Stimmen laut, die Steiners wissenschaftliche Glaubwürdigkeit in Abrede stellten und seine Methoden als unsolide anprangerten. Teilweise als Antwort auf diese Kritik beschreibt Steiner hier ein Mittel, mit dem der Mensch durch methodische und strenge Schulung eine direkte Erfahrung der geistigen Dimension des Lebens erlangen kann. Er legt die Methodik der Geisteswissenschaft dar, die in der wissenschaftlichen Herangehensweise verwurzelt ist, skizziert die drei Stufen der höheren Erkenntnis - Imagination, Inspiration und Intuition - und beschreibt die inneren Prozesse, die vom intellektuellen Denken zu diesen höheren Erkenntnisformen führen.
Letztlich geht es Steiner nicht um eine Abkehr von den Naturwissenschaften, sondern um deren Ausweitung und Entwicklung über unnötige Grenzen hinaus, d.h. um die Etablierung der Anthropologie.