
Message and Medium
Studien zu digitalen Kommunikationstechnologien konzentrieren sich häufig auf die scheinbar einzigartigen multimodalen Ressourcen, die den Nutzern zur Verfügung stehen, und auf die Entwicklung innovativer sprachlicher Strategien zur Darstellung mediatisierter Identitäten und zur Pflege sozialer Online-Netzwerke.
Dieser Sammelband hinterfragt die Neuartigkeit solcher Praktiken, indem er einen transhistorischen Ansatz für das Studium der digitalen Kommunikation entwickelt. Der transhistorische Ansatz untersucht Sprachpraktiken als gelebte Erfahrungen, die in historischen Kontexten verankert sind, und zielt darauf ab, jene Elemente menschlichen Verhaltens zu identifizieren, die historische Grenzen überschreiten, und über spezifische Entwicklungen in der Kommunikationstechnologie hinaus die dauerhaften Motivationen und sozialen Anliegen zu verstehen, die menschliche Kommunikation antreiben.
Der Band deckt langfristige Muster in den indexikalischen Funktionen scheinbar innovativer schriftlicher und multimodaler Ressourcen sowie die ihnen zugrunde liegenden Ideologien auf und zeigt, dass Methoden nicht unbedingt von ihren Datensätzen abhängig sind: Historische Analyserahmen können auf digitale Daten angewandt und neuere Ansätze zum Verständnis historischer Daten verwendet werden. Diese Erkenntnisse bieten spannende Möglichkeiten für die Erforschung der englischen Sprache, sowohl in der Geschichte als auch in der Gegenwart.