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The Latin Qur'an, 1143-1500
Im Jahr 1143 erstellte Robert von Ketton die erste lateinische Übersetzung des Korans.
Diese Übersetzung, die in 24 Manuskripten überliefert ist, war eine der wichtigsten Möglichkeiten, wie lateinische Leser in Europa Zugang zum heiligen Buch der Muslime erhielten. Sie war jedoch nicht das einzige Mittel zur Übermittlung koranischer Geschichten und Konzepte an die lateinische Welt: Es gab weitere mittelalterliche Übersetzungen des Korans ins Lateinische und christliche polemische Texte in arabischer Sprache, die Elemente des Korans (oft in polemischer Form) übermittelten.
Die Aufsätze in diesem Band untersuchen die Bandbreite der mittelalterlichen lateinischen Überlieferung des Korans und der Reaktion auf den Koran, indem sie sich auf die handschriftlichen Überlieferungen mittelalterlicher Koranübersetzungen und anti-islamischer Polemik in lateinischer Sprache konzentrieren. Wir sehen, wie der arabische Text im mittelalterlichen Europa übermittelt und studiert wurde. Wir untersuchen die Strategien der Übersetzer, die sich um ein angemessenes Vokabular und eine angemessene Syntax bemühten, um koranische Begriffe ins Lateinische zu übertragen, und dabei zuweilen den Text falsch verstanden oder zu polemischen Zwecken absichtlich verzerrten.
Diese Übersetzungen und Interpretationen lateinischer Autoren, die vor allem im Spanien des zwölften und dreizehnten Jahrhunderts arbeiteten, waren die wichtigsten Informationsquellen über den Islam für europäische Gelehrte bis weit ins sechzehnte Jahrhundert hinein, als sie gedruckt, wiederverwendet und kommentiert wurden. Dieser Band enthält eine wichtige Bewertung eines entscheidenden Kapitels im europäischen Verständnis des Islam.