
The Politics of Dementia
Gedächtnisverlust wird nicht immer nur als ein kontingenter neurobiologischer Prozess betrachtet, der in einer alternden Bevölkerung auftritt; vielmehr steht er häufig im Zusammenhang mit größeren gesellschaftlichen Problemen und politischen Debatten.
Dieser Sammelband untersucht, wie verschiedene Medien und Genres - Romane, autobiografische Schriften, Dokumentarfilme, fiktionale Filme und grafische Memoiren - Demenz im Sinne einer kritischen Erforschung von Erinnerung, Trauma und umstrittenen Wahrheiten darstellen. In zehn analytischen Kapiteln und einem grafischen Werk untersuchen die Autoren die Art und Weise, wie scheinbar individuelle, ahistorische Krankheiten der Demenz in zeitgenössischen kulturellen Texten verwendet werden, um gewalttätige historische und politische Ereignisse - vom Holocaust bis zu postkolonialen Bedingungen - darzustellen und darauf zu reagieren, die sich alle als schwierig zu erinnern erweisen können.
Der Band verbindet literaturwissenschaftliche Ansätze mit Erkenntnissen der Erinnerungsforschung, der Traumastudien, der Anthropologie, der kritischen medizinischen Geisteswissenschaften sowie der Medien-, Film- und Comicforschung. Er erkundet die Politik der Demenz und regt neue Debatten über Erinnerungskulturen an, ohne dabei die gelebte Realität der Demenz aus den Augen zu verlieren.