
Disputation Literature in the Near East and Beyond
Bei der Disputationsliteratur handelt es sich um eine Textart, in der in der Regel zwei nicht-menschliche Wesen (z. B.
Bäume, Tiere, Getränke oder Jahreszeiten) versuchen, ihre Überlegenheit über den jeweils anderen durch eine Reihe von Reden zu beweisen, die in einem kunstvollen, blumigen Register verfasst sind. Im Gegensatz zu anderer Dialogliteratur geht es in Disputationstexten nicht um eine ernste Angelegenheit, sondern nur um die Überlegenheit einer der Streitparteien gegenüber ihrem Rivalen. Diese heiteren Texte sind in praktisch allen Kulturen des Nahen Ostens von der Antike bis zur Gegenwart bekannt und bilden eine der langlebigsten Gattungen der Weltliteratur.
Der vorliegende Band versammelt mehr als zwanzig Beiträge zur Disputationsliteratur von einer vielfältigen Gruppe weltbekannter Wissenschaftler. Vom antiken Sumer bis zum heutigen Bahrain, vom Ägyptischen bis zum Neuaramäischen, einschließlich Latein, Französisch, Mittelenglisch, Armenisch, Chinesisch und Japanisch, untersuchen die Kapitel dieses Buches die vielfältigen Erscheinungsformen dieser ehrwürdigen Textgattung.