Bewertung:

Tom Wolfes „Hooking Up“ ist eine Sammlung von Essays, die sich mit verschiedenen Themen befassen, vor allem mit der modernen Gesellschaft und Kultur. In vielen Rezensionen werden sein scharfer Schreibstil und seine aufschlussreichen Beobachtungen gelobt, doch gibt es auch Kritik am Tempo des Buches und der Relevanz bestimmter Essays.
Vorteile:Wolfe schreibt scharf und fesselnd und bietet tiefe Einblicke in das moderne Leben und die Kultur. Viele Leser schätzen seinen Humor und seine Recherchen, insbesondere in den Essays über das Silicon Valley und kulturelle Phänomene. Das Buch gilt als unterhaltsam und regt zum Nachdenken an und zeigt Wolfes Talent als scharfer Beobachter gesellschaftlicher Veränderungen.
Nachteile:Einige Essays werden als zu kurz oder unausgegoren empfunden, so dass die Leser sich mehr wünschen. Einige Inhalte werden als veraltet oder zu sehr auf In-Witze und Kritiken anderer Autoren konzentriert angesehen, was nicht bei allen Lesern auf Gegenliebe stoßen dürfte. Man hat das Gefühl, dass das Buch eine gemischte Sache ist, was es als Einführungswerk für neue Wolfe-Fans weniger geeignet macht.
(basierend auf 92 Leserbewertungen)
Hooking Up
Noch gestern sprachen Jungen und Mädchen von Umarmung und Küssen (Necking) als dem Erreichen der ersten Base. Die zweite Basis war der tiefe Kuss, dazu das Fummeln und Streicheln an diesem und jenem. Die dritte Base war Oralsex. Die erste Base war der ganze Weg. Das war gestern. Hier im Jahr 2000 können wir das Knutschen vergessen. Die Mädchen und Jungen von heute haben noch nie von so etwas Leckerem gehört. Heute ist die erste Base das tiefe Küssen, jetzt bekannt als Tonsillenhockey, plus Fummeln und Streicheln hier und da. Die zweite Basis ist der Oralsex. Die dritte Base ist der ganze Weg. Auf dem Schlagmal wird man mit Namen vorgestellt.
Und wie selten werden unsere abhängigen Jungen und Mädchen mit Namen vorgestellt - wie Tom Wolfe bei einer Untersuchung der File-o-Fax-Tagebücher von Mädchen herausgefunden hat, um nur eine der Demonstrationen seiner berühmten Berichterstattungsfähigkeiten in Hooking Up zu zitieren. Wolfe reist von Küste zu Küste und berichtet über alles, von den sexuellen Sitten und Gebräuchen von Teenagern bis hin zu den grundlegenden Veränderungen in der Art und Weise, wie sich die Menschen dank der neuen Genetik und der Neurowissenschaften heute selbst betrachten... bis hin zum Innenleben der Magazinsendungen des Fernsehens.
Vollständig abgedruckt ist "Ambush at Fort Bragg" (Hinterhalt in Fort Bragg), eine Novelle über Sting TV, in der Wolfe mit unheimlicher Genauigkeit drei Fälle von Skandal und Verrat vorhersagt, die bald in der Presse explodieren werden. Ein zweites Stück Belletristik, "U. R. Here", die Geschichte eines New Yorker Künstlers, der gerade wegen seines völligen Mangels an Talent triumphiert, gibt uns eine Fallgeschichte, die uns auf Wolfes Vorhersage ("My Three Stooges", "The Invisible Artist") von radikalen Veränderungen vorbereitet, die die Künste in Amerika überrollen werden.
Als Espresso nach so viel vollmundiger Kost des einundzwanzigsten Jahrhunderts bekommen wir einen Ausflug zur Memory Mall. Erstmals abgedruckt sind hier zwei Artikel von Wolfe über die Zeitschrift The New Yorke r und ihren Herausgeber William Shawn, die einen der großen Feuerstürme des Journalismus des 20. Jahrhunderts entfachten. Jahrhunderts entfachte. Wolfes Nachwort ist ein köstlicher Abriss einer berauschenden Ära, der Twistin' Sixties.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Tom Wolfe hier auf dem Höhepunkt seiner Fähigkeiten als Reporter, Romancier, Soziologe, Memoirenschreiber und - um es mit den Worten Balzacs zu sagen - als Sekretär der amerikanischen Gesellschaft im 21.