
Greek and Latin Love
Es wird oft behauptet, dass es die Art von Liebe, die als „romantisch“ oder „wahr“ gilt, in der Antike nicht gab. Dennoch gibt es in der antiken Literatur eine Fülle von Geschichten, die genau dieser Art von Liebe zu entsprechen scheinen.
Der vorliegende Band befasst sich mit dieser Literatur und den darin vertretenen Konzepten von Liebe. Der Band unterscheidet sich von einem Großteil der bisherigen Altertumswissenschaft, die traditionell das Thema Sex gegenüber der Liebe und die Prosa gegenüber der Poesie privilegiert hat, und stellt diese in Frage. Durch die umgekehrte Fokussierung auf Liebe und Poesie erforscht der vorliegende Band auf neue Weise zentrale Dichter der antiken Literatur wie Homer, Sappho, Terenz, Catull, Vergil, Horaz und Ovid neben weniger kanonisierten wie dem anonymen Dichter von The Lament for Bion, Philodemus und Sulpicia.
Die Kapitel, die sowohl von weltweit führenden als auch von jüngeren Wissenschaftlern verfasst wurden, zeigen, dass griechische und lateinische Konzepte der Liebe miteinander verbunden zu sein scheinen, dass diese Liebe für hetero- wie homoerotische Paare gleichermaßen relevant ist und dass solche Vorstellungen von Liebe dem Mainstream der Dichtung in der gesamten Antike folgen. Der Band richtet sich nicht nur an den allgemeinen Leser, der sich für die Geschichte der Liebe interessiert, sondern auch an Studenten und Wissenschaftler, die sich mit der antiken Welt und der dichterischen Tradition beschäftigen.