
Marriage Discourses
Die Ehe war in der Vergangenheit nicht nur ein romantisches Ideal, sondern in vielerlei Hinsicht ein Instrument zur Ausbeutung von Frauen. Frauen wurden oft als Ware betrachtet, und die Ehe war weit entfernt von den romantischen Stereotypen, die man heute mit ihr verbindet.
Während Ehen in der Vergangenheit als diplomatische Instrumente oder Mittel zur politischen Legitimation dienten, änderte sich der Diskurs über eheliche Beziehungen und Frauen brachten ihre Forderungen offener zum Ausdruck. Der Diskurs über die Ehe in Geschichte und Literatur wurde natürlich immer heftiger, vor allem im „langen“ 19. Jahrhundert, als Ehen von Sozialreformern oder politischen Radikalen, Männern wie Frauen, angefochten wurden.
Der vorliegende Band erörtert die Rolle der Ehe und die Diskurse darüber in verschiedenen zeitlichen und geographischen Kontexten und zeigt, welche Argumente für die Forderung nach mehr Gleichberechtigung in ehelichen Beziehungen eine wichtige Rolle spielten. Im Mittelpunkt stehen dabei die Ehediskurse, seien sie rechtlicher oder eher gesellschaftspolitischer Natur gewesen.
Ergänzend zu den historischen Debatten werden die Auseinandersetzungen um die Ehe in literarischen Werken des 19. und 20.
Jahrhunderts dargestellt.