
Identities, Ethnicities and Gender in Antiquity
Die Frage der "Identität" stellt sich für jedes Individuum oder jede ethnische Gruppe, wenn sie mit einem Fremden oder einem anderen Volk in Kontakt kommen.
Ein solcher Kontakt führt dazu, dass Lebensweisen, Bräuche, Traditionen und andere Gesellschaftsformen bewusst als eigene kulturelle Besonderheiten identifiziert werden und andere als charakteristisch für Völker aus mehr oder weniger fernen Ländern, die als sehr "anders" beschrieben werden. Da alle Gesellschaften in allen Bereichen des öffentlichen und privaten Lebens durch die Trennung zwischen den Geschlechtern strukturiert sind, ist das moderne Konzept des "Geschlechts" eine wichtige Vergleichsgröße, die bei der Untersuchung der Art und Weise, wie die Begriffe Identität und ethnische Zugehörigkeit bei der Bewertung der Normen und Werte anderer Kulturen zum Ausdruck kommen, berücksichtigt werden muss.
Ziel dieses Buches ist es, zu Beginn der abendländischen Kultur verschiedene Beispiele dafür zu analysieren, wie die Griechen und Römer diese drei Parameter bei der Definition ihrer kulturellen und geschlechtsspezifischen Identität einsetzten, und zwar unter Bezugnahme auf ihre Nachbarn und fremde Nationen zu verschiedenen Zeiten ihrer Geschichte. Diese Studie soll auch die zeitgenössischen Debatten bereichern, indem sie zeigt, dass wir von den Diskussionen der Antike über soziale und kulturelle Fragen, die auch heute noch relevant sind, lernen können.