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Linguistics Meets Literature
Bis vor kurzem war die Zusammenarbeit zwischen formaler Linguistik und Literaturwissenschaft relativ spärlich; das vorliegende Buch ist ein Versuch, diese Lücke zu schließen und die bisher kleine Zahl von Studien, die beide Disziplinen miteinander verbinden, zu erweitern. Unsere Studie konzentriert sich auf Emily Dickinsons Lyrik, da diese einen sehr ungewöhnlichen und daher anspruchsvollen Sprachgebrauch aufweist.
Wir argumentieren, dass dies Teil ihrer poetischen Strategie ist, und betrachten Dickinson als intuitive Linguistin: Ihre scheinbare Nichteinhaltung sprachlicher Regeln ist eine produktive Erkundung des sprachlichen Ausdrucks, um die Flexibilität und das Potenzial der Grammatik zu offenbaren, was zu komplexen Interpretationsprozessen führt. Unsere Studie umfasst eine Reihe eingehender Analysen einzelner Gedichte, die formale linguistische Methoden und literaturwissenschaftliche Erkenntnisse miteinander verbinden und sich auf spezifische Aspekte wie Mehrdeutigkeit, Referenz und Voraussetzungen konzentrieren.
Eines unserer Ergebnisse betrifft die dynamische Interpretation lyrischer Texte, bei der der pragmatische Schritt der Feststellung, was ein Gedicht für den Leser bedeutet, auf die Textebene verlagert wird. Wir stellen den Lesern einen Werkzeugkasten von Methoden für die formale linguistische Analyse nicht nur von Emily Dickinsons Lyrik, sondern von sprachlich komplexen literarischen Texten im Allgemeinen zur Verfügung.