
Medieval Multilingual Manuscripts
Handschriften liefern reichhaltige Belege für das Verständnis der Geschichte des kulturellen Lebens in ganz Europa und Asien bis hin zum Mittelalter. Viele veranschaulichen das Engagement zwischen und über Sprachen hinweg, sowohl in ähnlicher als auch in kontrastierender Weise von Ost nach West.
Die Abgrenzung der Manuskriptstudien in einsprachige akademische Disziplinen hat diese Realität oft verschleiert, indem ein Bestandteil oder eine beitragende Sprache jedes Manuskripts privilegiert wurde, anstatt die Kombination als ein nuanciertes und komplexes Ganzes zu erforschen. Dieser Band versucht, Manuskripte als ganzheitlich vereinte Artefakte zu untersuchen und dabei die Vielfalt ihrer Bestandteile zu respektieren. Es werden Fallstudien zu zwölf Manuskripten vorgestellt, die verschiedene Ebenen des Austauschs und der Kollision von Sprachen aus so unterschiedlichen Bereichen wie dem atlantischen Westen, dem karolingischen Europa, der byzantinischen Welt, den Kulturen der Seidenstraße und Ostasien belegen.
Die Aufsätze funktionieren einzeln als eigenständige Beiträge, aber zusammen beleuchten sie eine Reihe von sich überschneidenden Themen, die die sprachliche Interaktion in globalen Religionen, den pädagogischen Austausch und die säkulare Gesellschaftsbildung veranschaulichen. Sowohl die Analogien als auch die konkreten Anknüpfungspunkte zwischen ihnen unterstreichen den Wert eines disziplinübergreifenden Ansatzes.