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Natural Born Monads
Wir sind immer noch auf der Suche nach einer zufriedenstellenden Definition dessen, was ein einzelnes Wesen zu einem menschlichen Individuum macht. Das Verständnis des Menschen als Organismus scheint wegen seines reduktionistischen Charakters nicht zufriedenstellend zu sein. Es befriedigt unser Bedürfnis nach Autonomie und ist dank seiner medizinischen Anwendungen von Nutzen für unser Leben, aber es enttäuscht unser Bedürfnis nach bewusster und freier, selbstbestimmter Lebensführung. Aus ähnlichen Gründen, d. h. wegen ihres anti-libertären Tons, wurde auch ein organizistisches Verständnis der Beziehung zwischen Individuum und Gesellschaft abgelehnt, obwohl keine wirklich befriedigende Alternative für die Harmonisierung von individuellem und sozialem Wohlbefinden vorgeschlagen wurde. Daher ist eine Neubewertung der Konzepte von Individuum und Organismus erforderlich.
In diesem Buch stellen die Autoren eine spezifische Denkrichtung vor, die mit Leibniz' Konzept der Monade im 17. Jahrhundert begann, sich über Kant und Hegel fortsetzte und schließlich das erste östliche Land erreichte, das versuchte, sich mit der westlichen Philosophie und Wissenschaft zu assimilieren und zu konfrontieren, nämlich Japan. Die Denkrichtung, der wir nachgehen, hat sich zu einer der wichtigsten Stimmen in den aktuellen Debatten in der Philosophie der Biologie, der philosophischen Anthropologie und der Sozialphilosophie entwickelt.
Insgesamt bietet der Band eine sowohl historische als auch systematische Darstellung eines spezifischen Verständnisses von Individuen und ihrer Umwelt, die versucht, dessen natürliche Einbettung sowie dessen dialektischen Charakter zusammenzufassen. Eine solche historische und systematische Darstellung wird es auch ermöglichen, besser zu beurteilen, wie die Biowissenschaften unsere Sicht auf unser individuelles Leben, auf menschliche Aktivitäten, auf Institutionen, auf Politik und schließlich auf die Menschheit im Allgemeinen beeinflussen.