
Der Anbruch der Moderne stellte alle Weltreligionen vor Herausforderungen - und seither haben die Religionen mit Herausforderungen an die Moderne gekontert.
In Religiöse Antworten auf die Moderne untersuchen sieben führende Wissenschaftler aus Deutschland und Israel konkrete Beispiele für die Auseinandersetzung zwischen religiösem Denken und der Moderne im Christentum, Judentum und Islam. Wie der Mitherausgeber Christoph Markschies in seinem Vorwort bemerkt, mag es fast trivial erscheinen zu sagen, dass verschiedene Religionen und die verschiedenen Strömungen innerhalb dieser Religionen auf sehr unterschiedliche Weise auf die von S.
N. Eisenstadt beschriebenen „multiplen Modernen“ reagiert haben. Interessanter wird es jedoch, wenn die vergleichende Perspektive uns dazu bringt, überraschende Gemeinsamkeiten zu entdecken.
Unterschiedliche Begegnungen werden durch ihre transnationalen oder nationalen Perspektiven verbunden, wobei die eine Seite Kritik im Interesse der Rationalität als Ermächtigungsmodell übt und die andere die Offenbarung als Kritik an einer verderbten Form der Rationalität darstellt. Die nachdenklichen Aufsätze von Simon Gerber, Johannes Zachhuber, Jonathan Garb, Rivka Feldhay, Paul Mendes-Flohr, Israel Gershoni und Christoph Schmidt bilden ein Gegengewicht zur Popularität mancher allzu simpler Modernisierungsmodelle.